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19.5.2012

Was erwartet Sie in dieser Rubrik?

Ironie, Glosse, Sich selbst nicht zu ernst nehmen und Humor der anderen Art bereichern das Leben und gehören zum guten Ton einer jeden Zeitung. Vielleicht auch zum guten Ton einer jeden Schulhomepage?

Frei nach diesem Motto werden in losen Abständen  kleine Glossen veröffentlicht. 

Lassen Sie sich nicht beim Lesen ERtappen.

Ertappt- die achtundzwanzigste - Ausbüchsen war gestern

Schon früher gab es das: Die Uhr schlug eins. Schule aus. Die Taschen gepackt und nach Haus geeilt. Dort wartete die Mutter mit dem Mittagessen, dort warteten auch Hausaufgaben und sonstige Pflichten. Also: Warum die Eile? Warum der direkte Weg? Trödeln daher nichts Ungewöhnliches: mal hier ein Schwätzchen, dort ein Umweg und vielleicht doch lieber zur Oma oder gleich zu einer Freundin. Ausbüchsen nannte man das. Heute ist das anders: Schon fünf vor Eins warten besorgte Muttis und Vatis vor den Schulhoftoren in ihren geputzten Minis und den auf Hochglanz polierten Limousinen auf ihre Sprösslinge. Denn der Tag ist ab jetzt durchgeplant: Ein schneller Snack im Wagen, dann zum Kieferklempner – das perfekte Lächeln kommt auf Rezept – und zur Nachhilfe, schließlich noch zur Tanzstunde. Für Sperenzchen bleibt da keine Zeit mehr. Aufschieben gibts nicht.

Nun haben Schul-Fachleute und Pädagogen aus Amerika jedoch erkannt, dass auch heute noch fleißig aufgeschoben wird. Natürlich auf ganz neue Art und Weise. Für dieses Phänomen haben sie ein neues Fachwort kreiert: „Prokrastination“ vom Englischen „procrastinate“. In Fachjournalen das neue Modewort – vielleicht bald Unwort des Jahres? Doch auch dieses Wort ist durchaus alt und ehrwürdig. Baten schon die alten Lateiner bei Zahlungsvorgängen oder drohenden Hinrichtungen um „procrastinatio“, um Aufschub und Vertagung.

Doch im Medienzeitalter wird mit Prokrastination ein völlig neuer Zustand beschrieben: das Verdaddeln der Zeit vor dem Rechner. Das entspricht moderner Schulrealität: Schüler schieben schulische Pflichten vor sich her, vermeiden das anstrengende Lernen und Wiederholen und sitzen vor dem Computer. Die Leistungen sinken demzufolge drastisch. Schule wird somit noch unangenehmer. Die Flucht in Virtualität der einzig mögliche Ausweg. Das ist der Beginn eines klassischen „circuli vitiosi“, des berühmt berüchtigten Teufelskreis. Die Konsequenz für den Schüler: Rücktritt! In die untere Jahrgangsstufe! Durchgefallen!

Genau dies wollen Schulpolitiker und Kultusbeamte aber jetzt in Bayern abschaffen. Sie wissen wohl, wovon sie reden. Politiker oder gar Bundespräsidenten kennen den Zusammenhang besonders. Vielleicht aus antiken Zeiten? Galt nicht bereits bei Platon Aufschieben und Aussitzen als erste Politikerpflicht? Was wäre dies denn, wenn die Exekutive immer sogleich reagiere? Politiker sind schließlich keine Feuerwehr – und sogar diese handelt bisweilen nach dem berühmten „Sankt Florians“-Prinzip. Also warten, bis es wieder beim Nachbarn brennt – in Griechenland ist ja nicht nur der Wald gefährdet! Und darauf hoffen, dass die Bundesbürger vergessen. Nachtragend war der deutsche Michel noch nie! Wozu also so eilig? Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen! So ernst muss man es schließlich mit dem Sprichwort der Alten nun doch nicht nehmen! Also Ruhe bewahren! Vielleicht ist alles nur Prokrastination! Und der Rücktritt? Vielleicht ja doch nur aufgeschoben...

Der Dritte Mann – Beobachtungen aus der Kanalisation

Ertappt – die siebenundzwanzigste - Himmelsbeobachtungen

Viele Aspekte des Schullebens sind in den letzten Jahren erfreulicherweise geklärt worden. So ist zum Beispiel klar, dass an Tagen, an denen Schulaufgaben oder Kurzarbeiten geschrieben werden, keine Stegreifaufgaben stattfinden, es ist ebenso klar, dass die Lehrkraft immer Recht hat, es ist auch geklärt, dass kein Unterricht ausfallen darf und dass am Buß- und Bettag die Lehrer arbeiten müssen, die Schüler aber in die Kirche gehen.

Natürlich bleibt einiges auch weiterhin unklar. So weiß nach wie vor kein Mensch, wieso es immer mehr Problemschüler mit ADHS, LRS, Legasthenie, Dyskalkulie und so weiter gibt, ob Lehrkräfte wirklich anfällig für Burn Out sind und ob Winkelfunktionen für das weitere Leben flächendeckend Sinn machen. Auch ist noch unklar, ob Schulen Sozialpädagogen brauchen und ob Gedichte lernen das Leben bereichert.

Erfreulicherweise ist aber in diesen Tagen wieder eine Sache geklärt worden, nämlich die Unfallversicherung bei Himmelsbeobachtungen im Rahmen des Astronomie-Unterrichts. Jahrelang wurde in Lehrerzimmern landauf landab darüber diskutiert, zahllose Konferenzen widmeten sich dieser Thematik. Alldieweil: das Rätselraten blieb.

Nunmehr ist in einem KMS bestimmt worden, dass Schülerinnen und Schüler während der Teilnahme an von der Schule durchgeführten nächtlichen Himmelsbeobachtungen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen.

Man hört die Jubelschreie der Kolleginnen und Kollegen und die vom Herzen fallenden Steine, insbesondere derjenigen, die mit Schülerhorden nächtens in Sternwarten und auf Feldern die Gestirne beobachtet haben und sich fragten, ob das wohl gut gehen wird und was denn passiert, wenn es nicht gut geht. Nun lässt die Versicherungsschutzzusage des GUVV (Bayerischer Gemeindeunfallversicherungsverband) natürlich die Herzen der nächtlichen Himmelsbeobachter höher schlagen.

Es bleibt die Frage, was zu dieser Zusage geführt haben mag. Sollte Licht ins Dunkel gebracht werden? Haben sich etwa Schüler nächtens verirrt, sind sie in Bäche gefallen, haben ihnen die Sterne nicht den richtigen Weg gewiesen? Wie dem auch sei: Es tauchen natürlich wieder neue Fragen auf. Ist eine Mondfinsternis ebenfalls versichert? Was passiert, wenn Außerirdische Schüler entführen? Welcher Gerichtshof ist da zuständig? Besteht in solch einem Fall auch Versicherungsschutz? Wir bitten um Klärung.

C. Hef

Ertappt - die Sechsundzwanzigste - "iPad - Schluss mit (Schul-)Buch?"

Versetzen wir uns kurz ins letzte Jahrtausend zurück. Es ist kurz nach 13 Uhr. Stürmisches Klingeln an der Haustür. Wir öffnen und sehen gerade noch, wie unser Schulkind zur Tür hereinstürmt, seine Büchi – ohne ein Wort zu sagen – in die Ecke schmeißt und sich in sein Zimmer verzieht. Alles normal, denken wir. Wieder mal Stress mit den Lehrern, wieder mal der übliche Zoff auf dem Heimweg. Fazit: Essen auf den Tisch und abwarten. So war das früher. Heute ist es nicht mehr ganz so überschaubar. Trotz allem erkennt man noch immer das übliche „Schule-ist-aus-Ritual“. Unklar ist nur: Mutter/Vater zu Hause? Hat das Kind seinen Schlüssel dabei? Hängt es in der Stadt herum? Und natürlich: Der Heimspurt wurde in die Abenddämmerung verlegt! Doch das sind Peanuts.

Wehe, der Schüler würde es heutzutage wagen, seine „bücherlose“ Schultasche einfach so in die Ecke zu donnern. Dann setzt’s was! Taschengeldentzug! 48 Monate mindestens! Schluss mit lustig. Glasbruch! Aus mit der neuen Schulwundertütenseligkeit. Das ist Realität mit unserem neuen iPad. Und genau da wären wir beim Thema. Bei der eigentlichen neuzeitlichen kopernikanischen Wende hin zur brieflosen Welt, wie sie ein innovativer Postman schon im zwanzigsten Jahrhundert verkündet hatte. Ein Postmann? Innovativ? Kaum möglich. Gerade die Post würde man nicht unbedingt mit dem Adjektiv innovativ ornieren. Und noch ein Kurzschluss! Nicht Post, Telekom heißt’s ja heut. Naja, damals jedenfalls klingelte der noch so lange, bis man seine soziologische Lektüre zur Seite legte, die Tür öffnete und Briefe und Pakete entgegennahm. Aber lassen wir’s. Schwamm drüber!

Aber auch beim triefenden Schwamm ist eher Vorsicht geboten. Jedenfalls für unsere jugendlichen elektronischen Schiefertafelträger! Mit allzu viel Nässe wäre hier nämlich nichts gewonnen und samt Oberfläche sogleich der gesamte wabernde Ionenfluss im schimmernden Scheibchen gelöscht. Aber nun genug der kulturpessimistischen Weisheiten im Stile St. Florians. Neue Ideen – neue Schüler braucht das Land!

Werfen wir lieber einen Blick auf das pädagogische Dreigestirn jeder bayerischen Realschule – Eltern, Schüler, Lehrer – zum Thema iPad im Unterricht: Die Eltern jubilieren. Endlich sei Schule am Puls der Zeit und lehre stilvoll, wertvoll und kompetenzvoll – so die Meinung einiger Auserwählter. Und selbst die alleinerziehende Mutter mit der Sorge um das Fortkommen ihrer Kinder staunte nicht schlecht: „Seit wir das iPad haben, sitzt mein Kind gar nicht mehr vor dem Fernseher. Es ist alles so friedlich geworden.“

Die Schüler tun andächtig, grinsen insgeheim. Wohlwissend, dass sich hinter jedem noch so dezidiert nützlichen elektronischen Gerät dennoch ein Spielautomat verbirgt. Selbst mit den altmodischen Dinosaurier-Handys mischte man ja in Kürze auf dem Maximallevel von Snake und Tetris mit.

Und für uns Pädagogen? Der iPad ist das Zauberwort der neuen Pädagogik! Wir sind modern! Wer möchte das nicht? In der Mediendidaktik macht bereits das Motto von einem neuen „verselbstständigten“ Unterricht die Runde. Erste Aufgabe für meine Schüler war denn auch: Sie sollten Musik der Romantik recherchieren. Einfach und klar. Dachte ich mir. Recherche – eines der ersten Wörter, die Kinder aus bildungsaufgeschlosseneren Kreisen bereits mit der nanotechnisch stimulierten Muttermilch aufsaugen. Die Aufgabe erwies sich in zweierlei Hinsicht als Erfolg. Zwei Gruppen in der Klasse zerstritten sich bis aufs Messer, wer denn die romantischeren Popsongs sänge: Celine D. oder Camille F. Ein Riss der Klassengemeinschaft konnte so von mir in einem extremen Frühstadium sichtbar gemacht werden, den unser hauseigener Sozpäd. auch sofort wieder flickte. Zum anderen konnte ich feststellen, dass Schüler die Romantik doch nicht nur mit Pop-Songs verbinden, sondern sogar mit Rap-Songs von Sido & Bushido. Jetzt ist mir auch klar, warum Heino sein Bambi nicht mehr länger im eigenen Garten vereinsamen lassen mochte. So weit alles klar. Gäbe es nicht noch den einen „braunen“ Ausnahmeromantiker, der mit seiner Wahl abgründige Sehnsüchte an den Tag legen wollte. Dieser Fall wird hier aber besser doch vernachlässigt nach dem Leitsatz: Für den Verfassungsschutz, vielleicht ein V-Mann, vertuschen! Nach einem solchen Tag möchte man am liebsten auch als Lehrer seine Tasche wieder mal einfach richtig in die Ecke knallen.

Der Dritte Mann – Beobachtungen aus der Kanalisation

Ertappt – die Fünfundzwanzigste - Schule ohne Hausmeister

„Funktioniert eine Schule ohne Hausmeister?“ titeln die Erlanger Nachrichten aufgrund der Sparvorschläge von Rödl & Partner. Heidi Graichen, Schulexpertin der CSU, wundert sich, wie es gehen solle, dass Lehrer bei Veranstaltungen selbst die Bühne aufbauen und Stühle aufstellen. Abgesehen davon, dass das in der Tat die Lehrer zusammen mit den Schülern sowieso seit Jahr und Tag selbst machen, muss einfach mal darauf hingewiesen werden, dass Lehrer so viel Potenzial, Geschick, Intelligenz und auch handwerkliches Können haben, dass noch viel mehr Einspar- und Optimierungspotenzial im Rödelschen Sinne vorhanden ist.

Wenn man es Lehrern und Schulleitern ganz genau erklärt, können sie jederzeit den Schulhof kehren, früh aufsperren, abends zuschließen, Fenster putzen, Papierkörbe ausleeren, Fußböden wischen und derlei Alltagskram mehr.

Kleinere handwerkliche Aufgaben, wie zum Beispiel Leitungen verlegen, Sicherheitskästen warten, Wände und Decken streichen, Dächer abdichten sollten auch kein Problem sein.

Mit einem kleinen Gemischtwarenangebot  (Hamburger, Kekse, Limo, Kaugummi, Currywurst), das während der Stunden vom Pult aus verkauft wird, ließe sich ein wenn auch bescheidener Gewinn realisieren, den man an die Stadt oder gleich an Rödl & Partner abführen könnte, denn das Gutachten hat ja auch Geld gekostet.

Synergieeffekte ließen sich noch erzielen, indem man einfach die Klassen vergrößert, sagen wir 60 bis 90 Schüler pro Lehrer. Sollte es dabei Disziplinprobleme geben, könnte man preisgünstige Schäferhunde einsetzen, die bei auffälligem Schülerverhalten warnend die Pfote heben oder knurren. In diesem Bereich besteht enormes Sparpotenzial, da ja dadurch wieder Lehrer  für Hausverwaltungsaufgaben freigestellt werden können. Schade, dass Rödl & Partner nicht draufgekommen ist.

Lehrer, insbesondere der Wirtschaftsfächer, könnten natürlich auch mal zu Rödl & Partner rüberfahren, dort ein wenig herumevaluieren, so genannte Einsparmöglichkeiten aufdecken und ein paar unternehmensberaterische Smart Asses wegrationalisieren. Vielleicht ließen sie sich ja zu Sozialpädagogen oder Schulpsychologen umschulen. Oder sie könnten den Lehrern beim Kehren und Putzen helfen, falls sie intellektuell dazu imstande sind.

B. Oss

ERtappt – die Vierundzwanzigste - Gebührenordnung für Leistungen im pädagogischen Bereich (§09/16-AX-EURO-1752)

Die Zeiten sind hart. Milliardenbeträge sind verspekuliert worden, Bankenrettungsschirme müssen aufgespannt werden, der Euro ist in der Diskussion, Energiepreise steigen, Gebühren werden flächendeckend erhöht, Subventionen werden gekürzt, Kommunen gehen am Krückstock, selbst Ärzte und Apotheker müssen einen harten Sparkurs fahren und auf der Straße auf ihre existenzbedrohende Notlage aufmerksam machen.

Diese Entwicklungen gehen an den Schulen nicht vorbei. Sie mutieren zunehmend zu armen Sozialfällen. Deshalb - und weil außerdem Bildung sowieso nicht länger billig sein darf - sehen wir uns gezwungen, Gebühren für diverse Dienstleistungen einzuführen.

Bitte beachten Sie daher den folgenden Auszug der ab Dezember 2010 geltenden Gebührenordnung der Realschule am Europakanal („Greul“):

Einfaches Elternberatungsgespräch

8,92 €

Beratung komplizierter Eltern (1,6-facher Satz)

14,27 €

Beratung renitenter Eltern (2,3-facher Satz)

20,52 €

Beratung bei kompliziertem Notenbild

12,38 €

Beratung bei sehr sehr kompliziertem Notenbild

14,74 €

Beratung über Gelenkklassen, Mittelschule, M-Zug, FOS 13,

 

Art. 53 BayEUG, Artikel weiß der Fuchs, Modus 21,

 

Modus Schnickschnack, Unterrichtsausfall im Winter etc.

8,26 €        

Beratungszuschlag außerhalb der Unterrichtszeit

9,99 €

Beratungszuschlag außerhalb der Arbeitszeit

 

(= zwischen 22:00 h – 6:00 h)

99,99 €

Intraorale und intravisuelle Infiltrationspädagogik („III“)

34,66 €

Hausbesuche

130,98 €

Hausbesuche mit Gefahrenzulage

261,96 €

Ausführliche Beratung mit Calm Down-Methode

18,13 €

Zuschlag bei Brüllophonie

6,79 €

Pädagogische Behandlung durch gezielte Exploration und

 

therapeutisches Gespräch, auch in Konfliktsituationen

77,13 €

Computergestützte, psychotherapeutische, ADHS-

 

einbeziehende Sitzpositionsanalyse im minderschweren Fall

35,37 €

dasselbe im schweren Fall

42,15 €

Im Einzelfall erforderliche Gefahrenzulage bei Gesprächen,

 

Beratungen incl. Rechtschutzversicherung

118,11 €

Bitte beachten Sie, dass auf Beratungsgespräche wegen ihrer elementaren Bedeutung nur der verminderte Mehrwertsteuersatz erhoben wird.

Weitere Gebühren auf Anfrage oder unter www.eurogreul.de

 

ERtappt die Dreiundzwanzigste - Mit der Ausgestaltung des Mädchenklos beschreitet die Realschule am Europakanal neue Wege

Große Kunstaktion an der Eurorealschule – Unter dem Motto „Unser Mädchenklo soll schöner werden“ hatte die Schulleitung zum Ideenwettbewerb aufgerufen, und alle haben mitgemacht:

Von Ängsten geplagte Eltern, die befürchteten, dass ihre Sprösslinge in der nackten Sachlichkeit einer eher grauen Örtlichkeit Schaden nehmen könnten, Lehrer, die verhindern wollten, dass die Pinkelpausen in den Zwischenstunden in einer allzu angenehmen Umgebung zeitlich expandieren könnten und letztlich Schülerinnen, die die Tristesse beim Regenerieren von unterrichtlicher Sachlichkeit abschaffen und zukünftig in einer menschenwürdigeren Umgebung die kurzen Momente der Erholung genießen wollten. Nach hitzigen Diskussionen und mehreren Arbeitssitzungen war bezüglich des Motivs dann klar: Es sollten darin einerseits Intentionen einer innovativen Erziehungsanstalt vernetzt werden mit Elementen von Erholung und konstruktiver Freizeitgestaltung, möglichst eingebunden in fächerübergreifende und handlungsorientierte Gesichtspunkte einer modernen Schule. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Im Hintergrund im leichten Windsäuseln wogende Felder, denen man die biologische Anbauweise schon an den gesunden und Kraft ausstrahlenden Ähren deutlichst ansehen kann, steht auf einer Brücke, ein Symbol des Übergangs von vorschulischer Dummheit und nachschulischer Ganzheitlichkeit des Menschseins, ein übergroßer Polarbär, einerseits Inbegriff des „Bedrohtseins“ in einer feindlichen Umwelt, aber andererseits auch durch seinen offenen Blick und den Anflug eines Lächelns ein Hoffnung und Zuversicht ausstrahlender Teil der göttlichen Schöpfung. Die rechte Tatze auf die Toilettentüren weisend und damit auf den Ort der Entledigung von lästigen Unrat, aber gleichzeitig auch Startpunkt in eine hoffnungsschwangere Zukunft, frei von hemmenden und Bauchweh erzeugenden Elementen.

Die Schulleitung und Mitglieder des Elternbeirats zeigten sich begeistert und riefen schon zum Wettbewerb für die Ausgestaltung der Lehrerklos auf. Man darf sehr gespannt sein, wie sich hier letztlich die Motivauswahl gestalten wird…

Clo Maler

Ertappt die Zweiundzwanzigste- VERA becirct Realschule am Europakanal

Die neuen, bundesweit eingeführten Vergleichstests VERA in Deutsch, Englisch und Mathematik haben die Lehrkräfte der Realschule am Europakanal überzeugt, ja geradezu restlos begeistert. VERA hat die Herzen unserer Lehrer und Schüler sozusagen im Sturm erobert. Deshalb haben wir beschlossen, nach dem Motto „Am besten selber testen“ noch mehr solcher Tests intern einzuführen. Überhaupt gefällt uns das Testen und Evaluieren viel besser als das Unterrichten. Deshalb nunmehr neu im Programm:

SÖREN („Sehr öde Rechenaufgaben für Neuntklässler“)

SCARLETT („Scary Letter Writing“)

TOBY (“Total blöde Ybungsaufgaben“)

EFFI („Examen Français Efficace“)

JACQUELINE („Jährlich abzufragende chemische Qualitätsergebnisse linientreuer Einserschüler“)

KEVIN („Kurze Evaluation von irrelevanten Noten“)

HANNAH („Hanebüchene netzwerkabhängige Humbugaufgaben“)

MANDI („Mysterial angeordnete dubiose Intelligenzübungen“)

 

Für weitere Vorschläge sind wir jederzeit dankbar.

Ertappt die Eindunzwanzigste - Sicherheitskonzept im Brandfall

Realschule am Europakanal verabschiedet ein innovatives Sicherheitskonzept im Brandfall

Sollte einer nochmal behaupten, Pädagogische Konferenzen brächten keine konkreten Ergebnisse, so verweist ihn der geneigte Schreiber dieser Zeilen, emotional noch immer aufgeputscht durch die Schilderung des Horrorszenarios eines Brandes an der Realschule am Europakanal, plastisch und erschreckend dargestellt durch eine um unsere Sicherheit besorgte Lehrkraft anlässlich des Pädagogischen Tages, auf eine ganz außergewöhnliche Möglichkeit der Rettung des qualifizierten Lehrpersonals – Wenn durch Feuer und Rauch eine Flucht über die Treppenhäuser nicht mehr möglich ist, wenn also alle Stricke reißen (natürlich im übertragenen Sinn), kann der Einsatz einer ganz normalen Strickleiter Leben retten. Auf der Suche im Internet stieß der Schreiber auf eine überraschende Vielfalt an verschiedenen Modellen von Strickleitern, doch möchte ich den Blick meiner Kollegen und Kolleginnen ganz besonders auf den Typ „Klettermaxe“ lenken, der mir aus der riesigen Vielfalt als Abseilhilfe für „Lehrkräfte in Not“ am geeignetsten scheint:

Klettermaxe ist eine der kleinsten metallenen Feuerleitern der Welt, ist eine kompakte Faltleiter aus Stahlseil und Aluminiumsprossen, also stabil aber dennoch leicht und dezent in jedem Nebenfach der Schultasche verstaubar. Weil sie feuerfest, sicher und überall einsetzbar ist, wird die TÜV-zertifizierte Rettungsleiter schon an vielen Schulen Europas mit Erfolg eingesetzt. Überzeugend sind die vielen ungeahnten Kombinationsmöglichkeiten, sowohl für kleine wie auch für in die Jahre gekommene „Kletteraffen“. Passend für jeden Spielturm und jede Gartenschaukel gibt es für ganz wenig Geld zu diesem Strickleitertyp sogar eine Kletterstange, eine Feuerwehrstange und verschiedene Kletternetze, die ungeahnte Trainingsmöglichkeiten eröffnen. Folgender Auszug aus der langen Liste der Produktinformationen verdeutlichen wohl sehr überzeugend, dass sich die Anschaffung einer Strickleiter Marke „Klettermaxe“ lohnen kann.

Lieferbare Fertiglänge wahlweise 2,0 m oder 6,5 m, durch Klickverschlüsse leicht und schnell bis ca. 15 m verlängerbar.

Wetterfest, da 14-mm-Seile aus 100 % Spinnfaser, gewonnen aus heimischen Hölzern, Sicherheitsgarantien werden gewährt bis zu einem Körpergewicht von 95 Kilo.

Für den Außen- und Innenbereich einsetzbar. Damit sind auch Abseilaktionen innerhalb pädagogischer Anstalten möglich.

Griffigkeit und Aussehen sind hanfähnlich, die Strickleiter liegt angenehm in der Hand, schlimme Hautabschürfungen mit nachfolgenden Krankheitsausfällen sind eher unwahrscheinlich.

Die Strickleiter „Klettermaxe“ ist leicht einzuklicken in jeden Schaukelhaken mittels eingearbeitetem Ring. Damit seien auch Trainingeinheiten im heimischen Garten möglich und dies würde die Effektivität des Strickleitereinsatzes im schulischen Ernstfall signifikant erhöhen.

Im Laufe der Jahre können sich die Spinnfasern dunkel verfärben. Will man diesem vorbeugen, so wird eine regelmäßige Nachbehandlung empfohlen.

Nach Auskunft der Schulleitung der Realschule am Europakanal soll bald der „Klettermaxe“ zur Grundausstattung jeder Lehrkraft der „Euro“ gehören. Elternbeirat und Freundeskreis haben spontan ihre Bereitschaft zur Mitfinanzierung signalisiert. Die Steuergruppe der Schule will umgehend für qualifizierte Trainer sorgen, die interessierte Lehrkräfte in die Kunst des Abseilens einführen könnten.

Max Kletter

Ertappt die Zwanzigste - Realschule am Europakanal schlägt Dax haushoch

Während der Dax aufgrund der Finanzkrise rasant abstürzte, stiegen die Aktien der Realschule am Europakanal phänomenal an.

Dies ist auf den Punkt gebracht das Ergebnis einer Langzeitstudie von Prof. Dr. Dr. Josef („Jupp“) Brszkowicz aus Pommer (Landkreis Forchheim) vom Internationalen Forschungszentrum für komparative Astrologistik. Brszkowicz hatte im Auftrag des fränkischen Schulorganisationsverwaltungsausschusskomitees statistisches Material zur Weiterentwicklung von Schulen im Vergleich zum Dax untersucht, „eine hochbrisante Aufgabe“, wie er unserem Reporter gegenüber formulierte.

Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Während sich die Realschule am Europakanal, Erlangen, im Höhenflug befindet, den auch die Tristesse des hereinbrechenden Winters nicht trüben sollte, ging es mit dem Dax stetig bergab.

Unser Bild zeigt Brszkowicz mit der aktuellen Chart. Die obere rote Linie zeigt den konstanten Aufwärtstrend der Realschule am Europakanal, die untere schwarze Linie den Dax.

Mark Ler

Ertappt die Neunzehnte - Militante Vegetarier an der Schule

Die Anzeichen hatten sich gehäuft, nun ist der Verdacht bestätigt: Harry Kraus ist Vegetarier. Nachdem er schon seit Jahren keine Gelegenheit ausgelassen hatte, in sämtlichen Konferenzen und auch in Vier-Augen-Gesprächen innerhalb des Kollegiums über Quarktaschen und Nussschnecken zu schwadronieren, wurde er nach den jüngsten Vorkommnissen von einer Referendarin ertappt.

Kraus gab seine Schwäche unumwunden zu. Er meinte schließlich, dass er den Erlanger Nachtlauf über 10,2 km „niemals unter 4,5 Stunden schaffen könnte“, wenn er auch nur ein Gramm Fleisch essen würde. Nun stellt sich lediglich die Frage, wie er sich gegenüber dem „Botschafter der Erlanger Wurst“, Realschullehrer Michael Bayer, rechtfertigen will. Kraus stellte sicherheitshalber schon einmal klar, dass er eine Unterlassungsklage nebst Forderung von Schmerzensgeld anstrengen würde, wenn er weiterhin als „Gänserich“ angesprochen wird.

Hans Wurst

Ertappt die Achtzehnte - Aumiller gewinnt Schafkopfturnier souverän

Lange Zeit sah es nach einem Sieg von Frau Nicole Schreiber aus, doch am Schluss hatte Altroutinier „Aumi“ Aumiller die Nase vorn im gutbesetzten jährlichen Schafkopfturnier der Realschule am Europakanal im Gasthof  „Zum reichen Lehrer“ in Hammerbach-Ost.

Zwar hatte Frau Schreiber noch um 2 Uhr früh einen fast uneinholbaren Vorsprung herausgearbeitet, wurde dann aber aufgrund unglücklicher Kartenverhältnisse und eines vermurksten „Schelln-Du“ von „Aumi“ Aumiller überholt, sodass sie zweite Siegerin wurde.  Aumiller hatte die Mitspieler wie üblich mit seinem in diesem Jahr noch undurchsichtiger gewordenen Pokerface irritiert. Um 4:45 Uhr war es dann soweit: Aumiller drosch die „Bumbel“ (fränkisch) auf den Kartentisch, griff sich den Jackpot und enteilte in die Nacht.

Dritter wurde aufgrund seines üblichen ungeheuren Dusels trotz bodenloser Spielfehler Felix Wegmann. Ein eher betrübliches Ende nahm das Turnier für Harry Kraus, der sein spielerisches Unvermögen mit allerlei kleinen Tricksereien und Ablenkungsmanövern zu kompensieren versuchte. Er erhielt von seinen Mitspielern einen Gutschein für einen Kurs an der Schafkopfakademie in Steinwiesen (nördlicher Frankenwald), wozu er sich zwischenzeitlich über FIBS anmeldete und damit für die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten ausfallen wird.

Ertappt die Siebzehnte - Neuerungen in der Schulordnung

Neue RSOSO-Paragraphen ab 01.04.2008

Wie bereits jetzt vorab bekannt wurde, sollen ab 01.04.2008 einige Paragraphen der RSOSO (gesprochen „ersoso“ – nicht wie fälschlicher Weise „eresoeso“) geändert werden – eine handfeste Überraschung nach den zahlreichen Neuerungen im letzten Jahr.

Eine geplante Neuerung betrifft § 147 Absatz 2 Satz 3 Fußnote 6 im Einklang mit §181 Absatz 3 Satz 4: Bei den Leistungsnachweisen wird künftig nicht mehr nur nach „großen“ und „kleinen“ Leistungsnachweisen unterschieden, sondern auch nach „leichten“ und „schweren“.

Als „schwere“ Leistungsnachweise gelten alle großen und kleinen Leistungsnachweise, die über 180 Gramm bei Klassen unter 30 Schülern und über 180 Gramm bei Klassen über 30 Schülern wiegen. Eine Ausnahme bildet das Fach Deutsch, in dem die Grenze zwischen „schweren“ und „leichten“ Leistungsnachweisen ab der 9. Jahrgangsstufe auf 270 Gramm festgelegt wurde. Für die Notenbildung gelten folgende Faktoren. Kleine, leichte Leistungsnachweise: 1,01; kleine, schwere Leistungsnachweise: 1,43; große, leichte Leistungsnachweise 1,76; große, schwere Leistungsnachweise: 2,02.

Eine weitere Neuerung hat mit der Aufnahme in die Realschule zu tun. Schüler mit einem Notenschnitt von 3,00, jedoch mit einer 1 in Deutsch sollen künftig nach einem Elterngespräch ohne Probeunterricht aufgenommen werden können, wenn mindestens 50% der Erziehungsberechtigten zugestimmt haben („partieller Elternwille“). Allerdings hat der Bayerische Dachverband der Dyskalkulierer (BDD) dagegen rechtliche Schritte angedroht.

Als sicher gilt die Einführung des neuen § 189. Damit wird den Schulen die Haltung eines Schulhundes zur Beaufsichtigung mehrerer zusammengelegter Klassenverbände bei drohendem Unterrichtsausfall erlaubt. Nach dem Skandal um die Hundeschule der bayerischen Polizei ist die Ausbildung dieser Schulhunde aber noch nicht geklärt. Verantwortlich sind auf jeden Fall der Schulleiter und der Sicherheitsbeauftragte, wobei hinsichtlich der Ernährung des Tieres grundsätzlich der Rat einer HE-Lehrkraft und einer Biologie-Lehrkraft hinzuzuziehen ist (§189 Absatz 3 Satz 7). 

Ertappt die Sechzehnte - Süßigkeitenklau im Lehrerzimmer

Achtung – Süßwarenmarder geht um!

Der Verdacht bestand schon lange, wurde aber in der Vorweihnachtszeit erhärtet: An der Realschule am Europakanal geht ein Süßwarenmarder oder eine Süßwarenmarderin um! Mehreren Kollegen und Kolleginnen war aufgefallen, dass die schier unendlichen Süßwarenangebote im Lehrerzimmer – zugleich Lehrerinnenzimmer - (Gummibären und Gummibärinnen, Doppelkekse, Mozartkugeln, Käsekuchen, Wackelpudding) im Laufe des Schultages des öfteren drastisch dezimiert worden waren. Der Schaden beläuft sich bereits jetzt auf Summen im zweistelligen Eurobereich.

Zwar hatte sich die Fachschaft Chemie entschlossen, die Spurensicherung zu übernehmen, doch ging der Täter bzw. die Täterin mit einer derartigen Raffinesse zu Werke, dass alle Versuche, ihn oder sie zu stellen, erfolglos blieben. Lediglich einmal, so eine verdeckte Ermittlerin, konnte eine kugelblitzartig flüchtende, aufgrund der hohen Geschwindigkeit nur schemenhaft erkennbare Person ausgemacht werden, die bei der Flucht allerdings bereits wieder zahlreiche Krümel hinterließ. Dass die Spur dabei in den Tanzsaal des Zweiten Konrektors der Schule führte, muss noch nichts heißen.

Der Personalrat der Realschule am Europakanal hat zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen und für die Ergreifung des Täters bzw. der Täterin ein Dutzend Quarktaschen ausgelobt und in einer Vitrine in der Lehrer(innen)-Küche als Anreiz ausgestellt. Von ihnen fehlten bereits am folgenden Tag wieder drei Stück. Dass im Abfalleimer des Tanzsaals des Zweiten Konrektors der Schule davon einige trockene Randstücke gefunden wurden, kann jedoch als kein Beleg für was auch immer angesehen werden.

Eine mit einem Schokokuchen bestückte Mausefalle im so genannten „Fürther Winkel“ blieb bisher unangetastet.

ERtappt die Fünfzehnte - Stellenangebote

Die Realschule am Europakanal sucht für Aushilfstätigkeit qualifizierte Kräfte in den Fächern Mathematik, Physik, IT, Floristik und Segelfliegen.
 
Bewerben können sich

  • pensionierte Beamte,
  • hochqualifizierte Ruheständler,
  • ehemalige Führungskräfte aus der Industrie,
  • Studenten ab dem 1. Semester,
  • Bäckergesellen,
  • so genannte Quereinsteiger,
  • Überflieger,
  • Lehrkräfte in Elternzeit,
  • und überhaupt eigentlich sowieso jeder.

Vorzulegen sind

  • Geburtsurkunde,
  • Abschlusszeugnis der Hauptschule oder Abiturzeugnis,
  • Belege über sonstige Qualifikationen,
  • Führungszeugnis,
  • Freischwimmerschein,
  • Erste-Hilfe-Bescheinigung,
  • Nichtraucherzertifizierung,
  • Gewichtskontrollblatt,
  • LKW-Führerschein,
  • digitaler Finger- und Zehenabdruck,
  • Visumsantrag für Bayern (nur für Bewerber aus anderen Bundesländern),
  • letzter Lottoschein ohne Gewinn.

 Wir bieten

  • leistungsungerechte Bezahlung,
  • eigentlich am liebsten eher ehrenamtliches Wirken,
  • ggf. Wahl zum Mitarbeiter des Monats,
  • rundum sympathische Arbeitsatmosphäre,
  • Schulauto,
  • hoch motivierte Lernende,
  • unendlich viel Ferien,
  • schicke Arbeitskleidung (Gesundheitssandalen gegen Gebühr),
  • permanentes Loben und Preisen.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann senden Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung an InterneKommisionEinsatzanunsererSuperrealschule@real+euro.de

Gerne werden wir mit Ihnen Kontakt aufnehmen.

Fundamentalisten, Hindus und Pilzsammler zwecklos

Ch. F.

ERtappt die Vierzehnte - Das Leben der Anderen

Herr C. O. N. Troller öffnete sein E-Mail-Postfach. Zwischen dem 9 999 999. Rundschreiben des KM und dem „Newsletter für den aufstrebenden Beamten“ weckte die Überschrift „Externe Evaluation an bayrischen Schulen“ die Aufmerksamkeit. Eilig öffnete er die Nachricht um seiner Informationspflicht nachzukommen. Schon als er die ersten Zeilen las, wusste er, dass diese Zeilen sein Leben verändern würden. Von „Evaluation als definierter Methode“ las er begeistert und von „Hilfe zur Entwicklung und Verbesserung“. Als er sogar noch von der „Methode zur Qualitätssicherung“ las, hielt er es gar nicht mehr auf seinem Stuhl aus.

 

Das war es! Er, Christoph Oliver Norbert Troller würde endlich die desaströse, bayerische Schulwelt verbessern. Er würde das durch die PISA-Studie in der Welt geschädigte Ansehen Deutschlands wiederherstellen. Er würde für Gerechtigkeit sorgen und den bundesdeutschen Bildungsstatus nachhaltig verbessern. Freiwilligen Bewerbern würden pro Evaluationsdurchgang ein Dezimierungsbonus von fünf Schülern pro Klasse gewährt werden, was ihm als Anreiz für eine kontinuierliche Evaluationsbereitschaft geeignet erschien. War das nicht ein genialer Schachzug von ihm? Freudig klopfte er sich selbst auf die Schulter. Damit hatte er sich ja ganz nebenbei auch seinen eigenen Job gesichert! Er würde gnadenlos evaluieren und ein besseres Schulsystem schaffen! Spontan fiel ihm ein Titel für sein Schaffen ein: Die BISA-Studie: Beobachten ‑ Intrigieren ‑ Selektieren ‑ Aussortieren.

 

Sofort machte sich Herr Troller an die Arbeit und entwickelte ein Thesenpapier:

 

  1. Aus Gründen einer effektiven und nachhaltigen Arbeitsweise wird das Evaluationsteam sofort auf vier offizielle Mitarbeiter (im weiteren OMs) erhöht. (Seine depressiven FreundInnen aus der alten Skatrunde würden ihm ewig zu Dank verpflichtet sein.)
  2. Sämtliche Unterrichtsvorbereitungen der LehrerInnen und Leistungsnachweise der SchülerInnen werden alphabetisch und geordnet nach Geschlecht (männlich ‑ blau, weiblich ‑ rosa) in dafür vorgesehenen Aktenschränken abgelegt (Jahrgangsstufe 5 ‑ gelb, Jahrgangsstufe 6 ‑ grün, Jahrgangsstufe 7 ‑ lila, Jahrgangsstufe 8 ‑ orangekariert, Jahrgangsstufe 9 ‑ braun, Jahrgangsstufe 10 ‑ rot).
  3. Zur Unterstützung der OMs findet mit sofortiger Wirkung in allen Klassenzimmern OFFENER UNTERRICHT statt; das heißt alle Türen werden vom Hausmeister ausgehängt.
  4. Zur Vernetzung des Informationsflusses werden in allen Klassenzimmern Überwachungskameras installiert. Ausnahmslos wird pausenlos der Unterricht aller KollegInnen aufgezeichnet.
  5. Um den statistisch-mathematischen Anforderungen einer repräsentativen Umfrage gerecht werden zu können, erstrecken sich die Aufzeichnungen über das gesamte Schuljahr.
  6. Um ungerechtfertigte Pausen, die dem reibungslosen Schulbetrieb entgegen wirken, zu vermeiden, wird das Monitoring auch auf die Flure, die Pausenhalle, den Schulhof, den LehrerInnenparkplatz und die sanitären Anlagen ausgedehnt.
  7. Um die Intimsphäre der einzelnen Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer zu gewährleisten, werden aus Datenschutzgründen die Gesichter der beteiligten Personen durch Balken unkenntlich gemacht.
  8. Befunde und Belege der Evaluation werden, sortiert nach Ausprägungsgrad, nach der Evaluation luftdicht verschweißt und unterirdisch endgelagert.

 

Unter seinen KollegInnen und SkatfreundInnen wurde das Thesenpapier begeistert aufgenommen. In einer Schnellschussaktion wurden trotz der angespannten Haushaltssituation alle nötigen finanziellen Mittel unbürokratisch bewilligt und das technische Equipment bereitgestellt. In freudiger Erregung harrte die alte Skatrunde ihres ersten Auftrittes in einer sorgfältig ausgewählten i.s.i.-Schule.

 

Als C. O. N. Troller ein letztes Mal vor dem großen Ereignis sein E-Mail-Fach kontrollierte, traute er seinen Augen nicht, als er die streng geheime Mitteilung des KM las: Interne Evaluation vor externer Evaluation. Mit sofortiger Wirkung haben sich alle externen Evaluatoren einer internen Evaluation, die aus einem externen Team besteht, zu unterziehen.

 

„Das muss ich wohl so hinnehmen, dass ich nun selbst evaluiert werde“, murmelte Troller und dachte ernsthaft über seine Frühpensionierung nach.

 

Von Eva Luation und E. J. Kulation

ERtappt die Dreizehnte - Das neue Klassenzimmer "100 +"

I.S.I sei Dank!

Was hat uns i.s.i nun gebracht? ‑ Dass es sich wirklich lohnt zu den innovativsten Schulen im schönen Bayern zu gehören, darf die Realschule am Europakanal dieser Tage am eigenen Leibe erfahren. Der unermüdliche Einsatz aller am Schulleben Beteiligter ‑ seien es nun die verbeamteten Kollegen oder die unermüdlich schaffenden Angestellten, die engagierten Eltern oder die sich für ihre Renten dankbar erweisenden Großeltern und Verwandten und, last but not least, natürlich die innovativen Schüler ‑ sie alle werden belohnt mit einem großzügigen Erweiterungsgebilde für das neue Schuljahr. Damit hat sich der scheidende MP persönlich bei uns bedankt, um uns vor der drohenden Misere zu bewahren, dass im kommenden Schuljahr unserer Innovation durch blanke Raumnot das rasche Ende droht.
Anlässlich unseres Sternlaufs dürfen wir nun das neue Schulgebilde auf seine Tauglichkeit hin erproben. In einer Gemeinschaftsaktion fand der großzügige Zusatzbau vor dem bewährten Gebäude einen markanten Platz. Besonderer Dank gebührt Herrn RL H. Kraus und Herrn LAv Th. Büchs, die beim Aufbau des Gebildes überraschenderweise neben vielfältigen anderen Talenten nicht zu unterschätzende architektonische Begabungen zeigten.
Die Schulgemeinde hofft jetzt inständig, dass sie ihrem angestammten Beruf weiterhin die Treue halten (trotz vieler widriger Umstände, die der Berufsstand mit sich bringt) und sich einer feindlichen Übernahme aus der Wirtschaft standhaft widersetzen. Sollte das neue Schulgebilde sich als wetterfest erweisen, so dürfte im neuen Schuljahr der Nutzung als Großraumklassenzimmer (Erweiterung der Klassenstärke auf 100 +) nichts mehr im Wege stehen und somit einem neuerlichen Innovationsschub Tür und Tor geöffnet sein.

F. Rauen-Pauer

ERtappt die Zwölfte - K. M. Ess und K. M. Beck

Realschule am Europakanal ehrt K. M. Ess und K. M. Beck

In einer eindringlichen und bewegenden kleinen Feierstunde ehrte die Realschule am Europakanal zwei Heroen bayerischen Verwaltungswesens, K. M. Ess und K. M. Beck. Sie haben nicht nur die gleichen Vornamen, nämlich Karl Maria oder Klaus Max, sondern sie gelten auch gemeinsam als Erfinder des rechteckigen Rundbriefs. Seit ihrem Wirken zur Zeit des deutschen Zollvereins im Rahmen der Montanunion an der Schengener Grenze waren ihre Rundbriefe unverzichtbarer und integrativer Bestandteil des gebildeten bayerischen Beamtentums.

„Wie hätten K. M. Ess und K. M. Beck wohl reagiert, wenn sie geahnt hätten, dass ihr papiergestütztes System dereinst digital sein Unwesen treiben würde?“ – Dies war das Thema des mehrstündigen, begeistert aufgenommenen Gastvortrags von Honorarkonsul Érresso in der Feierstunde im gutbesuchten Schulcasino. Höhepunkt war die Einweihung zweier Büsten dieser Pioniere des bayerischen Beamtentums. Umrahmt wurde die Feierstunde von der Schulkapelle, die mehrfach eine alpenländische Version des Frankenlieds intonierte.

Ch. F.

ERtappt die Elfte - „Green Card“

Die Realschule am Europakanal setzt auf Wirkung von Farbe Grün

Wie sich schon herumgesprochen hat, geht man an der Euro-Realschule oft neue Wege. Hier nun das aktuellste Beispiel einer Schule, die immer öfter eine gewisse Vorreiterrolle einnimmt, wenn es darum geht, das eigene Schulprofil progressiv zu schärfen.

Dass Farben für Psyche und Wohlbefinden der Menschen eine wichtige Rolle spielen, weiß man nicht erst seit gestern. Die Realschule am Europakanal will aber jetzt als erste Schule in Bayern diese Kenntnisse in den Schulalltag von Schülern und Lehrern ein- und umsetzen.

Zur Vorgeschichte: Einige Lehrkräfte haben im Schuljahr 2006/07 an einem Fortbildungsblock des „Instituts für farborientierte Verhaltensmuster“ (IffV) in Ingolstadt, der sich über mehrere Wochen hinzog, teilgenommen und werden in Kürze ihre erworbenen Kenntnisse im Rahmen eines Pädagogischen Tages der Lehrerschaft vorstellen. So viel ist aber schon jetzt durchgesickert: Die Farbe Grün wird in Zukunft an der Schule eine entscheidende Rolle spielen, hat sich doch diese Farbe eindeutig als motivationsfördernd und, fast noch wichtiger, als harmoniefördernd herausgestellt. Grüne Schul-T-Shirts werden wohl über kurz oder lang Pflicht an der „Euro“ werden und sollen in Zukunft Pausenaufsichten weit gehend überflüssig machen. Sicherlich bald Realität wird wohl auch die Einführung einer „Euro-Green-Card“ sein, die bei diversen Schulveranstaltungen quasi als Eintrittskarte gelten soll. So werden, so hofft man in der Schulleitung, Disziplinprobleme und Randale eventuell schon bald der Vergangenheit angehören. Während immer mehr Schulen solche Veranstaltungen aus ihrem Programm streichen, wird dies an der Euro-Realschule kein Thema sein. Inwieweit man sich zukünftig die positive Wirkung der Farbe Grün bei konfliktträchtigen Lehrerkonferenzen oder Elternsprechtagen zu Nutze machen kann und will, bleibt noch offen, ist aber schon jetzt in verschiedenen Gremien der Schule ein heiß diskutiertes Thema. Schulleiter Uli Knoll zeigte sich, auf dieses Thema angesprochen, offen für Gespräche und er betonte, dass bei der Neugestaltung der Schulfassade, die sowieso anstünde, natürlich jetzt auch über die Verwendung von Grüntönen nachgedacht werden müsse. Die Realschule am Europakanal könne so vielleicht zu einer „grünen pädagogischen Oase in Alterlangen werden“, so Schulleiter Knoll.

Bleibt abzuwarten, wie Elternschaft und Lehrerkollegium auf diese sicherlich sehr mutigen Pläne reagieren werden.

R. Funden

ERtappt die Zehnte - Kleider machen Lehrer

Groß war die Freude, als Schulleiter Uli Knoll im Rahmen des Freitagsgesprächs das Kollegium informierte, dass die Euro-Realschule zu den Preisträgern von ISI 2007 gehört. Doch nun ist ein unvorhergesehenes Problem aufgetaucht. Knoll stieß bei der Auswahl der Kolleginnen und Kollegen, die die Schule bei der Preisverleihung in München vertreten sollen, auf so nicht erwartete Probleme, mussten sich doch die meisten der bisher Angesprochenen outen, dass sie der bei solchen Anlässen vorgeschriebenen Kleiderordnung nicht nachkommen könnten, in Ermangelung adäquater Anzüge bzw. festlicher Kostüme. Noch am Freitag nahm deshalb Schulleiter Knoll Gespräche mit der Führungsetage von Galeria Kaufhof auf. Wie gut diese Schulpartnerschaft funktioniert, zeigte sich sehr schnell in der spontanen Bereitschaft, zur Lösung der Probleme beizutragen. Die Bekleidungsabteilung des Hauses stellt für alle Lehrerinnen und Lehrer, die die Schule bei der Preisverleihung vertreten werden, auf Leihbasis entsprechende festliche Kleidung zur Verfügung. Sollte diese dann bei den Lehrkräften Gefallen finden, könnten sie die ausgeliehenen Stücke danach zu stark ermäßigten Preisen erwerben.

Uli Knoll dankte der Führungsetage von Galeria Kaufhof schon im Voraus und hofft darüber hinaus, dass damit vielleicht auch die bisweilen sehr saloppe Kleiderordnung im normalen Schulalltag seiner Schule einen „Qualitätssprung“ ( Zitat Bölling ) machen wird.

E.Chtbled

ERtappt die Neunte - Börner vermalt sich

Zu einem Eklat kam es Mitte April bei der derzeitigen Schulhausverschönerungsaktion (SVA). Kunsterzieher Mathias Börner vermalte sich bei seinem achtzehn mal elf Meter großen Triptychon „Elche im Schulhaus“ im unteren linken Treppenaufgang, weil angeblich ein erst kürzlich von Hausverwalter Keller „dilettantisch“ (Zitat Börner) reparierter Schemel unter dem Gewicht Börners wackelte und schließlich zusammenbrach. Börner, wegen seiner legendären cholerischen Anfälle im ganzen Hause gefürchtet, vermurkste die obere rechte Bildhälfte, die einen Kaugummi kauenden, in einem Biologiebuch lesenden Elch darstellen sollte. „Das geht mir vollends gegen den Strich“, tobte Börner noch Stunden später im Lehrercasino im ersten Stock bei einem Mojito. Kein Kollege traute sich ihn darauf anzusprechen, dass er vorher noch einen Farbeimer nach Herrn Keller geworfen hatte, als dieser gerade einen roten Presssack aß.

Sch. F.

ERtappt die Achte - Offinger zum Vizevorsitzenden der neugegründeten AG Aquarium gewählt

Mit sozialistisch anmutenden 99,9 % der abgegebenen Stimmen wurde Johannes Offinger am 23.03.2007 zum Vizevorsitzenden des neu gegründeten Arbeitskreises „Aquarium“ gewählt.


In seiner Einstandsrede stellte Offinger dann einige seiner Ideen für die Zukunft der AG vor. So wird neben der Anbahnung einer Patenschaft des Vereins für biologische Aquarien- und Terrarienkunde Erlangen „Toxotes“ versucht außerschulische Experten zu kleinen Gastvorträgen an die Schule zu locken. Ein erster interessanter Kontakt wurde mit dem Hobbyzüchter Andreas Grabsch schon hergestellt. Dieser wird dann auch zur Auftaktveranstaltung der Reihe „Wasserschnecken – Aquariumspolizei oder -totengräber“ am 01.04.2007 um 17.00 Uhr eine Einführung ins Thema geben.

Da die Schule seit einiger Zeit versucht, ihre Schüler bezüglich der Lernautonomie auf den Weg zu bringen, soll in Zeiten knapper Kassen auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Autonomie ein Fortschritt erzielt werden. So setzt sich Offinger für die Anschaffung eines Kaltwasserbeckens zur Aufzucht fränkischer Speisekarpfen an der Schule ein, die dann ab dem Schuljahr 2009/10 für die Verpflegung der Ganztagesklasse und die SCHILKOF bereit stehen werden, um so die laufenden Kosten der Schule zu minimieren. Dies wird in enger Zusammenarbeit mit der Fachschaft Biologie und der Teichgenossenschaft Aischgrund geschehen, um neben dem reinen Anschauungsmaterial für den Unterricht auch die traditionellen Produkte heimischer Zucht  wieder ins Bewusstsein der Fast-Food-gewöhnten jungen Gaumen zurückzurufen. Langfristig ist auch an den Aufbau einer Angel-AG gedacht.

Es bleibt also viel zu tun! Und so endete Offingers Rede auch mit dem Aufruf zur tatkräftigen Unterstützung und einem dreifachen „Petri Heil“, das vom Kollegium inbrünstig erwidert wurde.
 

G. Streift vom Geist

ERtappt die Siebte - „Hunde, wollt ihr ewig leben ...“

Pensionierung für Lehrer mit 75? Die RS Euro beteiligt sich an einem weiteren bahnbrechenden Projekt.

Die Realschule am Europakanal beteiligt sich neben der Überprüfung der Leistungsveränderung im Unterricht nach sportlichen Übungen durch das Institut des weltbekannten Hirnforschers Dr. Spitzer aus Ulm an einem weiteren, etwas heiklen, langfristig angelegten bayerischen Feldforschungsprojekt. Die veränderten und enorm verlängerten Lebenserwartungsprognosen auch bei Beamten, die gegenüber einer Zeit vor etwa 30 Jahren sich fast um 10 Jahre gesteigert haben dürften, führen den bayerischen Staat notgedrungen zu einer zukunftsweisenden Versuchsreihe. In einem sogenannten gemeinsamen Futurausschuss des Finanz- und Kultusministeriums wird geplant, die Pensionierungsgrenze bei männlichen Beamten langsam ab dem Jahr 2015 auf 75 Jahre zu erhöhen.

Damit hinreichend Beweise für die Machbarkeit einer solchen aus Kostengründen für den Staat überlebensnotwendigen Maßnahme vorhanden sind, werden an besonders ausgewählten Schulen Lehrer über ihr Pensionierungsalter hinaus mit etwas reduzierter Stundenzahl eingesetzt. Die Lehrer wurden vorher amtsärztlich untersucht, ob eine gute Chance besteht, dieses Zielalter zumindest zu erreichen. Jedem Probanden steht ein anonymer Psychiater zu Verfügung, um den seelischen Belastungen ohne grobe Ausraster standzuhalten und nicht eine unzufriedene Elternschaft auf die Bühne zu bringen. Die einzelnen Schulleiter werden ermahnt, diese Spezies – von jungen Beamten gerne etwas despektierlich „Knackis“ genannt – besonders schonend und zuvorkommend zu behandeln, um ein plötzliches und endgültiges Abrutschen oder Abkippen aus dem Dienst möglichst zu verhindern, was ja wirklich als kontraproduktiv zu betrachten wäre.

Weiterhin wurde als Präventivmaßnahme verlangt, dass die ausgewählten Schulen (in Mittelfranken neben Erlangen nur noch Ansbach) polloniumsfrei sein müssen, da die Gefahr nicht zu unterschätzen ist, dass junge Lehrkräfte, die von der Zahl 75 schier zur Verzweiflung getrieben werden, mit inzwischen international erprobten Eingriffen der Versuchsreihe entgegenarbeiten könnten. Deshalb wird den ausgewählten Personen verständlicherweise empfohlen, sich nicht am täglichen gemeinsamen „Kaffee“ zu beteiligen, sondern sicherheitshalber eigene Getränke von zu Hause mitzuführen. Dass diese nicht während des Unterrichtseinsatzes des Lehrers im Lehrerzimmer eventuell manipuliert werden, ist es angeraten, den Auserwählten nur an einen Tisch zu setzen, deren weitere Anrainer die 50-er Hürde bereits geschafft haben oder bald den großen Schritt machen, da sie auf Grund ihrer schon geläuterten Lebenserfahrung nicht mehr so leicht zu unvorhergesehen Maßnahmen greifen. Von der Sitzordnung absehen kann man nur bei Kollegen, die gerade aus dem Ausland ein Einsatzjahr hier ableisten, denn für sie kann es ja schnurzegal sein, wie lange künftig bayerische Lehrer anmarschieren müssen. Da in unserer heutigen Zeit auch der Umweltfaktor eine wichtige Rolle spielt, müssen diese altgedienten Personen nachweisen, wenn sie von auswärts mit einem dem Lebensalter des Fahrers entsprechenden PKW anreisen, dass sie, wie im Kyotoprotokoll bereits vorgesehen, ihre Über-Emissionen auf andere Weise wieder einsparen: Entweder müssen sie sich dann konsequent biologisch-dynamisch ernähren oder regelmäßig einen altersgemäßen Sport wie Joggen oder Radfahren ausüben.

Es muss der Schule durchaus am Herzen gelegen sein, das Projekt mit aller Kraft zu unterstützen, da es dabei nebenbei auch um verlässliche Aussagen gehen soll, ob es den Franken gelingen wird, als Vorreiter in einem staatsrettenden Programm den Altbayern zu zeigen, wer nun wirklich die zähere Volksgruppe ist. Sollten hier markante Unterschiede zu erkennen sein, soll dies auf längere Sicht gesehen dazu führen, dass die Spitzenbeamten in den Ministerien in München aus verständlichen Gründen nur noch aus fränkischer Abstammung kommen dürfen, was nach nun 200-jähriger Unterdrückungsgeschichte einem stammesgeschichtlichen Befreiungsschlag gleichzusetzen wäre.

B. Tagt

ERtappt die Sechste - Verschwörungstheorien an der RS Euro

In der Schule äußern immer mehr Beteiligte den Verdacht, dass Schulleiter Uli Knoll unter fadenscheinigen Begründungen Optimierungsprozesse in Gang setzen wolle.

Geschäftige Betriebsamkeit, scheinbar innovative Ideen, motivierte Lehrer - so stellte sich die RS Euro seit einigen Wochen nach außen hin dar. Die innere Schulentwicklung ist zweifelsohne der eine Grund hierfür. Ein anderer: Die Teilnahme am aktuellen "ISI"-Wettbewerb, bei dem besonders reformfreudige Schulen sogar prämiert werden.

War dies alles nur ein Druckmittel? Der Erfolg gibt Rektor Knoll recht - je näher der Besuch der Prüferkommission rückt, desto schneller gehen schon seit langem angedachte Projekte voran: die Ausgestaltung der Fachräume, das Implementieren neuer Unterrichtsmethoden, die zunehmende Beteiligung von Schülern an für sie im Schulleben relevanten Belangen.

Seit Montag macht aber ein Gerücht die Runde. Es mehren sich Stimmen, die von einer Scheinkommission sprechen; alte Studienkollegen Knolls, weitere Bekanntschaften aus benachbarten Bundesländern, entfernte Familienmitglieder. Eine ganz normale Verschwörung?

Rein G. Fallen

ERtappt die Fünfte - AK „Mehr Hader in die Schule“ besucht Markgrafentheater

Im Rahmen einer schulinternen Fortbildung des Lehrkörpers der Realschule am Europapokal besuchten am Freitag, den 09.03.2007 zahlreiche Mitglieder des Lehrkörpers den Auftritt des österreichischen Kabarettisten Josef Hader im Markgrafentheater Erlangen. Diese ungewöhnliche Aktion sollte dazu dienen, mit der dem Arbeiten an der Schule eigenen Gründlichkeit den Auftritt Haders auf mögliche Schnittstellen mit dem eigenen Unterricht zu untersuchen.

Ausgestattet mit einigen Beobachtungsaufträgen und letzten motivierenden Worten des Schulleiters Herrn Knoll, machten sich die Lehrkräfte dann vor Ort daran, das Programm Haders unter verschiedenen Gesichtspunkten, zu denen etwa der Medieneinsatz, die Gesprächsführung oder der Einsatz sprachlicher Bilder zählten, zu analysieren.

Nachdem während der Pause in verschiedenen Kleingruppen schon erste Ergebnisse zusammengetragen und besondere Highlights noch einmal rekapituliert wurden, verpasste man es aber leider, sich nach Abschluss der Veranstaltung noch einmal zu gemeinsam zu treffen. Da der große Besucheransturm eine koordinierte Aktion unmöglich machte, verteilte man sich auf die angrenzende Gastronomie und vertiefte die Eindrücke dort wiederum in Kleingruppen.

Gerade Herr Roßmeier und Herr Knoll, die in Vorexkursionen bei Auftritten Haders bereits beachtliche Analysearbeit geleistet hatten, konnten in der Abschlussbesprechung und Sicherung der Ergebnisse wertvolle Hilfen und Hinweise zur Optimierung des Unterrichts geben. Die daraus gewonnenen Ergebnisse und Zielvereinbarungen sollen dann in den anstehenden Fachschaftssitzungen an die übrigen Lehrkräfte und Referendare multipliziert werden, um so den Unterricht an der Realschule am Europapokal noch weiter und vor allem nachhaltig zu optimieren. Die Schule, die sich ja ohnehin schon auf einem guten Weg befindet, verstand diesen Besuch als einen weiteren kleinen Schritt in eine innovative Zukunft der Unterrichtsgestaltung.

Diese Überzeugung der beteiligten Lehrkräfte sowie die Fülle der erarbeiteten Ergebnisse ließ innerhalb der Gruppe die Hoffnung aufkeimen, zukünftig auch Auftritte anderer Motivations-Multiplikatoren wie etwa Urban Priol oder Frank-Markus Barwasser gemeinsam und zum Wohle der Schule sowie des Unterrichts zu besuchen.

R. Tappt

ERtappt die Vierte - Preiserhöhung bei Quarktaschen

Kollegium und Verwaltung beschließen im Rahmen des Programms „gesunde Schule“ eine Preiserhöhung bei Quarktaschen.


Im Rahmen des Programms des Kultusministeriums und des Landesgesundheitsamtes „gesunde Schule“, das selbstverständlich auch die Ernährungsgewohnheiten der Schüler zum Inhalt hat, machten sich das Lehrerkollegium, der Personalrat und die Schulleitung Gedanken über den Pausenverkauf an der Realschule am Europakanal. Vorrangig ging es darum, zuckerhaltige Lebensmittel zugunsten von Bio- und Vollkornprodukten aus dem Sortiment zu verdrängen.


Da ein vollständiger Verzicht auf typisch mitteleuropäische Backwaren wie zum Beispiel Quarktaschen nicht ernsthaft in Frage kommt, wurde beschlossen, diese mit einer deutlichen Preiserhöhung zu belegen. Verkauft werden nach wie vor Quarktaschen mit Hiffenmark- und Schoko-Meerrettich-Füllung, ab sofort zu einem Preis von 3,50 Euro pro Stück. Die Schule hofft, dass die weitaus günstigeren Alternativprodukte dadurch für die Schüler attraktiver werden.

Rein G. Fallen

ERtappt die Dritte - Sensation am Weltfrauentag

Kollegium der Realschule am Europapokal wählt Männerbeauftragten

Michael Bayer ist der neue Männerbeauftragte an der Realschule am Europapokal. Mit beachtlichen 54,2 % der Stimmen setzte er sich bei der Stichwahl gegen den externen Kandidaten Klaus Schönitz durch. Dies ist umso erstaunlicher, als im Kollegium der Schule mehr Frauen als Männer unterrichten.  „Da muss mich wohl auch die eine oder andere Kollegin gewählt haben“, freute sich Bayer ob dieser heimlichen Verehrerinnen.

Die Wahl eines Männerbeauftragten war notwendig geworden, da die Männer an der Schule „immer mehr unter die Räder kommen“ (Zitat Otto Beck). Bayer will nun einen Männerstammtisch einrichten und hat auch schon einen Männerkummerkasten aufgehängt, derzeit noch dezent im Fahrradkeller. „Ab jetzt ist männermäßig der Bär los“, so Bayer nach der Wahl.

G. Täuscht

ERtappt die Zweite - Herber Rückschlag für SCHILKOF an der Realschule am Europakanal

Die erst kürzlich an der Realschule am Europakanal ins Leben gerufene schulinterne Lehrer-Koch-Fortbildung ( SCHILKOF ) erhielt noch vor den Faschingsferien einen so nicht erwarteten Dämpfer.

Zur Vorgeschichte: Stefan Bader, Lehrer an der Schule, hat sich in den letzten Jahren mit seinen Kochkünsten, die er bei verschiedenen Anlässen immer wieder eindrucksvoll demonstrierte, bei der gesamten Lehrerschaft und darüber hinaus einen guten Namen gemacht. Schon wird er in Insiderkreisen als potenzieller Kandidat für das begehrte „Kochmützchen“ gehandelt und nicht wenige Gourmets sprechen im Zusammenhang mit der Euro-RS von einem der regionalen Esstempel. Allerdings klagte Bader angesichts der Doppelbelastung - er ist an der Schule auch als Seminarlehrer tätig - in letzter Zeit immer häufiger. So sollte im Rahmen der SCHILKOF ein zweiter Koch ausgebildet werden. Herr Kraus, ein ambitionierter Hobbykoch, schien die nötigen Grundkenntnisse dafür zu haben. In 10 abendlichen Doppelstunden durfte er seinem „Ausbilder“ Bader über die Schultern und in dessen Kochtöpfe schauen. Nun sollte Kraus im Rahmen eines Prüfungsessens seine erworbenen Kenntnisse nachweisen.

Hier aber kam es, man muss es wohl so deutlich ausdrücken, zu einem Debakel.  Kraus, offensichtlich dem Prüfungsstress nicht gewachsen, montierte den leichten Frühlingssalat mit Butter auf und nappierte den frischen Zander mit seiner Salatvinaigrette. Selbst die leckeren Gemüsejuliennes und ein im Salamander aufgeknusperter Polentastrudel „konnten das Kraut nicht mehr fett machen“. So musste ein sichtlich angeschlagener Bader, dem angesichts des Debakels das blanke Entsetzen aus den Augen sprach, seinem mit großen Erwartungen erschienenen Schulleiter, Uli Knoll, vom Fehlschlag des angesetzten Prüfungsessens berichten. Dieser aber reagierte in der ihm eigenen konstruktiv motivierenden Art. „Eine Schule wie die unsere, stets on the road, muss immer innovative Wege gehen. Diese allerdings beinhalten zwangsläufig auch mögliche Rückschläge, welche aber, richtig aufgearbeitet, die Zielpunkte nur optimieren und stabilisieren werden“, so Knoll.

Bleibt abzuwarten, ob Kraus, der sich nun über die regionale Fortbildungsschiene   (REGSCHILKOF) für eine neue Prüfung qualifizieren muss, zum lockeren und kreativen Umgang mit Lebensmitteln, wie Bader dies fordert, zurückfinden kann.

Rein G. Fallen

ERtappt die Erste - Realschule am Europakanal knüpft Kontakte im Gaeltacht-Gebiet

Seminarleiter Uli Knoll und Harry Kraus, Seminarlehrer für Geschichte, nutzten die Faschingsferien zur Teilnahme an einem Symposium für interkulturelle kommunikative Prozesse in Dingle (County Kerry/ Irland). Schon im Vorfeld waren intensive Kontaktgespräche aufgenommen worden, die überraschende bilaterale Perspektiven aufzeigten, die auch Hoffnungen weckten, den peripheren Seminarbetrieb an der Realschule am Europakanal zu optimieren, ein Ziel, über das im Rahmen von SET absoluter Konsens an unserer Schule besteht. Im Zentrum der Diskussionen standen interkulturelle und historische Interdependenzen gälischen, angelsächsischen und deutschen Brauchtums.

Junior Assistant Teacher Kathleen O`Shea von der Dingle-Secondary-School ließ es sich nicht nehmen, Herrn Knoll und Herrn Kraus persönlich willkommen zu heißen und ihrer Hoffnung auf eine enge Kooperation Ausdruck zu geben.

R. Tappt