Schulleben
- 1:
Schulleben.- 1.1:
Schüleraktivitäten. - 1.2:
Klassenfahrten. - 1.3:
Projekte.- 1.3.1:
Erzähler der Nacht. - 1.3.2:
Schule ohne Rassismus. - 1.3.3:
Bewegungspause. - 1.3.4:
Bewegte Pause. - 1.3.5:
Klimedia AG. - 1.3.6:
Vokabelolympiade. - 1.3.7:
European Culture Run. - 1.3.8:
24h-Lauf. - 1.3.9:
unlimited Schooltour. - 1.3.10:
Studie Schulsport. - 1.3.11:
Straßenkind für einen Tag. - 1.3.12:
Bildergalerien. - 1.3.13:
Weidenhütte.
- 1.3.1:
- 1.4:
Wimpernschlag und Ewigkeit. - 1.5:
Aus dem Unterricht. - 1.6:
Euroshop . - 1.7:
ERtappt. - 1.8:
Ganztagsangebote. - 1.9:
Schüler des Monats. - 1.10:
Praktika und Berufsvorbereitung. - 1.11:
Fachraumgestaltung. - 1.12:
Schulpartnerschaften. - 1.13:
SMV.
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Eltern. - 3:
Personal. - 4:
Informationen. - 5:
Schulentwicklung. - 6:
Kontakt.
Dichten, gruseln, darstellen - Ein Streifzug durch das Projekt "Erzähler der Nacht"
Hektisches Treiben in der Aula, zahlreiche Eltern und Schüler drängen sich durch den Eingang, Lehrer und weitere Schülergruppen schleppen allerlei Materialien und Bastelutensilien durch die Gegend. All die unterschiedlichen Aktivitäten haben einen besonderen Grund - das Projekt "Erzähler der Nacht" findet am heutigen Dienstag (22.03.) statt. Alle 5. - 7. Klassen waren dazu aufgerufen, an einem kompletten Abend in die Schule zu kommen, um literarische Projekte durchzuführen. So etwas hat es an unserer Schule in derartiger Form auch noch nicht gegeben. Insofern konnte man gespannt sein, ob dieser Versuch ertragreiche Ideen kreieren würde.
Schon der Eingangsbereich lässt nicht nur erahnen, welch unterschiedliche Aktionen zu begutachten sind. Die Vielzahl von Projekten macht klar - hier muss man gut planen und seinen Rundgang präzise abstimmen, um möglichst viel mitbekommen zu können.
Zu Beginn meines Rundganges mache ich einen Abstecher in das Parlament, wo die Klassen 5e und 8c die Ergebnisse ihrer Projektschulaufgabe vorstellen. Unter dem Titel "Behalt das Leben lieb!" entstanden nicht nur hervorragend gestaltete Projekthefte, sondern es wurden in gemeinsamen Teams klassenübergreifend Präsentationen zum Thema "Blindheit" erstellt. Die Schüler stellen ihre Ergebnisse sehr kompetent vor, der Raum ist brechend voll. Es ist gar nicht so einfach, den Ort dieses Geschehens wieder zu verlassen, allerdings tue ich das nicht, ohne einen Blick auf die ausgestellten Objekte zu werfen.
Nun begebe ich mich in das 2. Stockwerk, wo die Deutschfachräume beheimatet sind. Zunächst irritieren mich einige "gruselige Gestalten", die sich scheinbar im "Vampirstyle" schminken. Als ich darauf hinweisen möchte, dass der Fasching schon vorbei ist, nimmt mich Referendar Hetzer (selbst im Dracula-Outfit) zur Seite und erklärt, dass dies zu seinem Projekt gehöre. Zusammen mit der Klasse 7b hatte er anscheinend "Vampirgeschichten" verfasst, die im Verlauf des Abends an fünf verschiedenen Orten rund um das Schulhaus vorgelesen werden sollen. Trotz allmählichem Einbruch der Dunkelheit sage ich zu, eine dieser Lesungen zu besuchen.
In der Zwischenzeit besuche ich die Gedichtwerkstatt der Klasse 6c. Hier entstehen Bilder und etwas schaurige Gedichte. Mit musikalischer Untermalung wird hier unter Anleitung von Frau Voit und Frau Spieler gearbeitet.
Jetzt wird es aber Zeit, den versprochenen Besuch bei der Klasse 7b einzulegen. Insgesamt drei Schülerinnen und ein Schüler tragen inmitten eines magisch anmutenden Grablichtkreises ihre gruseligen Vampirgeschichten vor und man kann durchaus von gelungenen Werken sprechen. Letztlich ist es vor allem die behaglich-schreckliche Atmosphäre, welche die Geschichten wirken lässt. Nun bekommt der Besucher auch eine Ahnung davon, warum das Projekt am Abend stattfindet. Undenkbar scheint es, denselben Effekt am Tage erzielen zu können. Nach dieser beeindruckenden Episode mache ich mich auf den Weg, um rechtzeitig in die Klasse 5a zu kommen.
Mein Plan wird dann aber sofort wieder zunichte gemacht: Die Mädchen aus der Klasse 6e haben mich auf dem Flur abgefangen, um mir ihre Präsentationen zu zeigen. Hier wurden zunächst unter der Anleitung von Frau Funk-Rütten Gedichte abgeschrieben und mit Bildern versehen. Daran anschließend übten die Schülerinnen den Vortrag ihres Gedichtes ein, den sie an geeigneten Stellen mit Gestik und Mimik sowie veränderten Stimmlagen angereichert hatten. Leider habe ich nur die Zeit, mir eine Gruppe anzuhören, die 5a wartet bereits und möchte ebenfalls beginnen.
Die Bläserklasse 5a hatte zuvor im Unterricht ein Märchenbuch verfasst, aus dem nun vorgelesen werden sollte. Unter dem Titel "Die magischen Flügel" lauschen die Besucher dieses Events einer leibevoll gestalteten Geschichte, die anmutig und kreativ zugleich ist. Der Applaus von den Klassenkameraden ist daher auch als ehrliches Lob zu werten. Herr Börner, ersatzweise als Moderator eingesprungen, lobt die Schüler und möchte weitere Märchen hören. Unterdessen verlasse ich die 2. Etage in Richtung Musiksaal...
Im Erdgeschoss angekommen statte ich Herrn Dippold und Frau Unterholzner incl. ihrer Klasse 7d einen Kurzbesuch ab. Hier sollen selbstgeschriebene Balladen vertont, vorgetragen und szenisch dargestellt werden. Dass dies etwas Zeit braucht, ist selbstverständlich, sodass ich zu einem späteren Zeitpunkt wiederkehren muss. Zwar sind auch die Vorbereitungen interessant anzusehen, aber auch als neugieriger Besucher muss man sich manchmal in Geduld üben.
Wenn ich schon einmal dabei bin eine Pause zu machen, dann bietet es sich an, das Schulcafé zu besuchen. Hier hält Frau Schwarz leckere Pizzabrötchen bereit, die sie liebevoll zubereitet hat. Kann man 1 € besser anlegen? Da diese Frage mehrere Besucher mit "Nein" beantworten, muss ich mich kurz anstellen, damit ich frisch gestärkt meinen Rundgang fortsetzen kann.
Auf dem Weg in den Biologiesaal 2 wird der dunkle Gang auf einmal von grellen Lichtblitzen erleuchtet. Was hat es denn damit auf sich? Handelt es sich bei der Lichtquelle etwa um Taschenlampen? Ein Blick in den Raum bekräftigt meine Vermutung. Die Klasse 6a hat es sich gemütlich gemacht und liest "im Dunkeln". Das, was früher heimlich unter der Bettdecke geschah, wird hier zum regelrechten Lese-Happening stilisiert. "Vielleicht ist auch dieser Ansatz ein Weg, um wieder mehr Kinder zum Lesen zu bringen?", frage ich mich.
Weiter geht es nun in Richtung Hörsaal, wo die Klasse 5b eine Märchenvorlesestunde organisert hat. Im festlichen Rahmen an einem stilvoll dekorierten Lesepult wirkt die Lesung durchaus professionell. Die Reihen sind gut gefüllt. Viele Eltern und Schüler haben sich eingefunden, um den literarischen Versuchen zu lauschen. Trotz des sehr langen Programmes (24 Leser treten auf) herrscht eine ruhige und gespannte Atmosphäre.
Während meines Rundganges habe ich die Zeit fast ein wenig aus den Augen verloren. Es sind bereits zwei Stunden vergangen! Schnell wird klar, dass ich nun auswählen muss, da es gar nicht möglich ist, alle Projekte begutachten zu können. Ich entscheide mich daher, in den IT-Saal 3 zur Klasse 6d zu gehen. Hier entstehen Geschichten direkt am Computer. Mir scheint, dass das kreative Schreiben gerade am PC eine ideale Schreibform ist. Wie kann man sonst derart schnell einen Text schreiben? Zudem kann man sich gleich verbessern, ohne dass ein Problem bei der äußeren Form seines Werkes droht. Also scheinen die "Erzähler der Nacht" auch im virtuellen Zeitalter eine Daseinsberechtigung erlangen zu können.
Ein Kontrastprogramm bietet dann die Klasse 7c mit ihren Lehrerinnen Frau Wacker und Frau Fees. Diese setzen im BWR-Saal 1 auf eine traditionellere Form des kreativen Schreibens. In einer heimeligen Stimmung, da nur Tischlampen das Zimmer mit Helligkeit versorgen, werden hier in Gruppenarbeit literarische Texte verfasst.
Wer sich nicht nur mit Literatur beschäftigen will, hat an diesem Tag auch noch die Chance an einem besonderen Workshop im Forum teilzunehmen. Die Klasse 7a wird von ihren Lehrern Frau Zimmermann und Herrn Büchs darüber aufgeklärt, wie man "von morgens bis abends ein Gentleman" wird. Kleidungsstil, Benimmregeln und Umgangsformen werden anhand praktischer Beispiele und eigener Rollenspiele besprochen und eingeübt. Als ich die an sich geschlossene Veranstaltung besuche, wird gerade von Herrn Büchs plastisch erklärt, welche Krawatte zu welchem Outfit passt. Da es daran anschließend an das Binden von Krawattenknoten geht und mich einige Schüler gleich mit mehreren Krawatten versehen wollen, mache ich mich auf, die letzte Station des heutigen Abends aufzusuchen.
Im Musiksaal findet jetzt die angekündigte Aufführung der Balladen der 7d statt. Die einzelnen Gruppen präsentieren ihre "Machwerke" und bewerten sich selbst. Dazu bedienen sie sich eines "Casting-Bogens". Man merkt sofort, dass, obwohl der Spaß auch nicht zu kurz kommt, die Ergebnisse durchaus sehenswert sind. Ich vermute, dass der Besuch der "Schiller-Lesung" von Winnie Wittkopp auch ihren Teil dazu beigetragen hat. Es ist schon erstaunlich, wie gut manche Schüler den "Balladenprofi" beobachtet haben und diese Erkenntnisse dann auf ihre eigenen Texte übertragen können.
Ich verlasse das Schulhaus der Realschule am Europakanal mit einem durchweg positiven Fazit. Alle Veranstaltungen, die ich besucht habe, vermittelten mir v. a. zwei Dinge, die gerade für mich bei solchen Schulprojekten entscheidend sind. Auf der einen Seite kam der Spaß am Erzählen nicht zu kurz. Dies scheint gerade bei unseren Schülern auch in der Zukunft eine wichtige Voraussetzung zu sein, um das Fach Deutsch noch beliebter machen zu können. Zudem waren auch die Produkte, die entstanden, von guter Qualität. Als "I-Tüpfelchen" ist noch die besondere Atmosphäre durch den Abendcharakter zu nennen, der ein integraler Bestandteil vieler Aktivitäten war. Es bleibt zu hoffen, dass auch im nächsten Jahr die "Erzähler der Nacht" das Regiment an der Realschule am Europakanal an einem Abend übernehmen dürfen.




















