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7.2.2012

Das Motto unsere Schule

Wir - die Lehrkräfte, der Elternbeirat und die SMV der Realschule am Europakanal - verstehen uns unter dem Motto "Realschule am Europakanal - innovativ, bewegt und sozial" als eine leistungsstarke, engagierte, schüler-orientierte eigenständige Schule.

Innovativ

Wir sind innovativ in allen Bereichen der EDV / IT, setzen auf e-learning, arbeiten mit EDV-gestützten Organisationsabläufen und kooperieren mit externen Partnern.

Bewegt

Wir sind bewegt mit zahlreichen, nicht nur sportlichen Aktivitäten als eine Schule, die "laufend noch besser" sein möchte, die ein buntes Umfeld bietet und "an der immer etwas los ist".

International

Wir sind international, weil wir Partnerschulen in Frankreich, Polen und der Türkei haben, Hilfsprojekte unterstützen und regen Austausch pflegen.

Sozial

Wir sind sozial, weil wir viele Schüler mitnehmen, auch Schüler, die oftmals schlechte Chancen haben. Wir kümmern uns und wir schaffen Lebensraum, u.a. mit Ganztagesbetreuung und Ganztagesklasse und zahlreichen, vielfältigen Betätigungsfeldern.

Schulentwicklung

Wer wir sind?

Wir sind eine bewusst „offene“ Gruppe, jede Kollegin und jeder Kollege kann sich mit seinen Ideen zu jedem Zeitpunkt einbringen. Das ist für uns sehr wichtig, weil wir dadurch neue Entwicklungen schon in der Planungsphase mehrheitsfähig machen wollen. Somit können wir gleich „zur Sache kommen“, müssen uns nicht mit langen Diskussionen aufhalten. Denn für uns ist es wichtig, Innovationen möglichst zeitnah auch umzusetzen, um Veränderungen in unserer Schule ohne große Verzögerungen zu realisieren.

Was wollen wir?

Steuern heißt für uns, Richtungen zu verändern, nach dem Motto:

„Wer die Richtung eines Weges nicht verändert, weiß schon am Beginn, wo er endet.“

Für uns ist es sehr wichtig, unsere Schule mit Leben zu erfüllen, gewohnte Abläufe immer wieder in Frage zu stellen. Bewusst greifen wir auch auf Ideen unserer Eltern zurück, mit denen Schulleitung und wir immer in Kontakt stehen.

Neues aus der Steuergruppe

Die lebhafte Diskussion in der Steuergruppensitzung vom 12.10.2009 führte zu klaren Ergebnissen und Forderungen. Diskussionsanlass war die zunehmende Grenzüberschreitung einzelner Schüler gegenüber Mitschülern und Lehrern. Besonders zu erwähnen ist die Bereitschaft Einzelner zum Mobbing. Hinzu kommt die Wahrnehmung zunehmender Aggressivität Jugendlicher außerhalb der Schule. Außerdem fordert die veränderte Lebenssituation der Schüler in den Patchwork-Familien uns als Lehrer immer mehr heraus. 

Als sozialintegrative Schule stellen wir uns den Problemen der Jugendlichen und wir versuchen stets, auch schwierige Schülerinnen und Schüler mitzunehmen, Lebensraum zu bieten. 

Da davon auszugehen ist, dass vielfach gerade die auffälligen Schüler noch mehr positive Aufmerksamkeit benötigen bzw. Gelegenheit brauchen, die alltäglichen Dinge und Probleme ihres Lebens zu besprechen, kamen wir zu folgender Wunschliste unter dem Motto: 

Eigentlich brauchen unsere Schüler noch mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit. 

Deshalb fordern wir ... 

1. einen Sozialpädagogen, der ganztags ausschließlich an unserer Schule beschäftigt ist,

  • der als Gesprächspartner für Schüler aber auch für Lehrer zur Verfügung steht,
  • am Time-out-Projekt teilhat,
  • in den Ferien für kleine Gruppen Angebote an der Schule macht,
  • im Gespräch bleibt mit Eltern und Lehrern und evtl. dem Jugendamt,
  • Geheimnisträger  für Informationen von Schülern und somit Vertrauensperson par exellence  ist,
  • auf eine Weise, wie wir es als Lehrer nicht sein können.

2. mehr Wahlfächer, in denen die Schüler die Möglichkeit und Gelegenheit bekommen, über sich zu  erzählen bzw. in entspannter Atmosphäre mit „ihrem“ Lehrer zu sein.

Das könnten Angebote sein, die den Lehrer mit seinem Hobby zum Spezialisten machen: Joggen, Nägelpflege und –gestaltung, Kosmetik- und Hautpflege selbst gemacht, Schach etc. 

die Nutzung der Sprechstunde bzw. Präsenzstunde für Gespräche mit auffälligen Schülern. Hierzu muss natürlich mit dem Fachlehrer die Abwesenheit geklärt werden.

3. das neue neue Fach Kompetenztraining (Arbeitstitel)  

Zum Beispiel könnten in den 5. Klassen - zwei bis drei Monate lang oder über das Jahr verteilt - statt Skill-Stunden nach den Anregungen und der Methodik von Lions-Quest Sozialkompetenzen trainiert werden. Dies könnte auch als Blocktraining oder als Projekt, zum Beispiel im Schullandheim, geschehen.

4. dass Klassenlehrer über Email-Verteiler mit den Lehrern, die in ihrer Klasse unterrichten, Kontakt halten, um über schwierige oder bedenkenswerte Situationen in der Klasse im Gespräch zu sein.

Klassenleiter sollten mindestens 2 Jahre in ihrer Klasse bleiben um mehr Kontinuität zu gewährleisten.  

 

Die Diskussion wird fortgesetzt.

Erlangen, 17.12.2009

Anne Knefelkamp

Umgesetzte Maßnahmen

Doppelstundenprinzip

Ein ruhigerer Schulalltag in Verbindung mit der Möglichkeit zu vertieftem Lernen und anhaltender Konzentration waren vorrangig die Argumente, die uns dazu bewogen, das Doppelstundenprinzip einzuführen. Der hektische 45-Minuten-Rhythmus, dem Schüler und Lehrer tagtäglich unterworfen sind, wurde aufgelöst und durch den verstärkten Einsatz von Doppelstunden ersetzt. Durch diese veränderten äußeren Rahmenbedingungen kann der Unterricht effizienter und ergiebiger werden. Die Schüler bleiben über einen längeren Zeitraum bei einem Thema und vertiefen sich darin. Sinnvolle Phasen eigenverantwortlichen Arbeitens können gezielt und ohne Zeitdruck eingeplant werden, theoretische Einheiten übt und trainiert man direkt im Anschluss. Hausaufgaben, die lediglich übenden und automatisierenden Charakter haben, verringern sich deutlich. Für die Verlängerung des Zeittakts auf 90 Minuten spricht auch die Tatsache, dass dadurch die Schüler an einem Vormittag in der Regel nur noch dreimal Fachunterricht haben und sich so gezielter und intensiver vorbereiten können.

Fachraumprinzip

Eine Modernisierung, die vor allem organisatorisch eine wahre Meisterleistung darstellt, ist das Fachraumprinzip. Darunter verstehen wir die Auflösung der Klassenzimmer zugunsten von Fachräumen in unterschiedlichen Größen, wie sie die Schüler bereits aus den Fächern Musik oder Biologie kennen. Alle Fächer werden demnach in bestimmten Räumen unterrichtet und die Schüler gehen zu den Lehrern gemäß ihres Stunden- bzw. Raumplanes. Die Rhythmisierung des Schultags kommt dem entgegen, da die Klasse im Normalfall dreimal am Tag den Raum wechselt. Dieser Wechsel findet jeweils in der Pause statt. Damit die Schüler jedoch nicht ständig ihre Schultaschen herum tragen oder sie unbeaufsichtigt abstellen müssen, wurden Schließfächer zugeteilt. Notwendige Medien und Materialien für den Unterricht wie CD- oder DVD-Player, Beamer, Wandkarten oder Atlanten müssen nunmehr nicht extra heran geschafft werden, was stets sehr zeitaufwändig war, sondern finden sich vor Ort in den jeweiligen Räumen wieder. Außerdem können die Unterrichtsstunden pünktlicher beginnen und die Zimmer fachspezifisch gestaltet und ausstaffiert werden. Durch Plakate, Regale und verschiedenste Lehr- und Lernmittel wollen wir gemeinsam mit den Schülern ansprechende Fachräume schaffen, die zum Lernen und Arbeiten motivieren und die es ermöglichen, dass Methodenvielfalt im Unterrichtsgeschehen leichter und effektiver umgesetzt werden kann.

Klassleiterstunde

Unsere Realschule möchte ihre Schüler vielseitig fördern und sie befähigen, die eigene Persönlichkeit angemessen zu entwickeln. Hierfür ist zweifelsohne die Vermittlung von Werten nötig. Die Maßnahmen, die diesbezüglich während des alltäglichen Unterrichtsgeschehens von Lehrerseite ergriffen werden können, reichen natürlich meist nicht aus. Hinzu kommt, dass Konflikte innerhalb einer Klasse selten in Ruhe diskutiert und gelöst werden können, da der Klassleiter gleichzeitig Fachlehrer ist. Ein ungutes Klassenklima führt aber zwangsläufig zu einem ebensolchen Lernklima. Um dies zu beheben, müssen soziales Verhalten, Personalisation oder Konfliktlösungsstrategien trainiert und ständig wiederholt werden. Hierfür wurde an unserer Schule seit dem Schuljahr 2005/2006 die so genannte Klassleiterstunde einberufen. An einem Schultag werden alle Unterrichtsstunden um fünf Minuten verkürzt. Die sich daraus ergebenden 30 Minuten nützen die Schüler nach der 2. Stunde in der Regel mit ihren Klassleitern, um klassen- oder schulspezifische Schwierigkeiten zu beheben, das Klassenklima zu fördern, Lernstrategien zu optimieren oder die Einhaltung von Grundwerten zu trainieren.

 

Abschaffung des Gongs für die Zwischenstunden

Mehr Ruhe im Alltag verschafft die Abschaffung des Gongs nach der 1.  3. und 5. Unterrichtsstunde. So kann in den Doppelstunden effektiver gearbeitet werden. Kleine Zwischenpausen können entsprechend vom Lehrer passend zum Unterrichtsgeschehen eingeplant werden. 

Auszeitzimmer

Unterricht und konzentriertes Arbeiten gelingen nur in einer angenehmen, ruhigen Umgebung. Es gibt jedoch leider Schüler, die andere ständig ablenken, die Arbeit verweigern und trotz zahlreicher Ermahnungen von Seiten des Lehrers einen geregelten Unterricht der ganzen Klasse unmöglich machen. Seit Kurzem besetzen deshalb die Lehrer der Realschule am Europakanal in ihren Freistunden das so genannte Auszeitzimmer. In diesen Raum können Schüler geschickt werden, die trotz mehrfacher Ermahnung aufgrund ihres Verhaltens für den Unterricht untragbar geworden sind. Sie erhalten für ihren Aufenthalt in diesem Raum einen klaren Arbeitsauftrag und dürfen erst zu Beginn der nächsten Stunde in den Unterricht zurückkehren. Der verpasste Unterrichtsstoff ist selbstständig nachzuholen. Wir Lehrkräfte möchten so lernwillige Schüler schützen und erhoffen uns von dieser Maßnahme eine Optimierung des Lernklimas und eine Verbesserung unangebrachten Schülerverhaltens.