Schulleben
- 1:
Schulleben.- 1.1:
Schüleraktivitäten. - 1.2:
Klassenfahrten. - 1.3:
Projekte. - 1.4:
Wimpernschlag und Ewigkeit. - 1.5:
Aus dem Unterricht. - 1.6:
Euroshop . - 1.7:
ERtappt. - 1.8:
Ganztagsangebote. - 1.9:
Schüler des Monats. - 1.10:
Praktika und Berufsvorbereitung.- 1.10.1:
Freiwiliges Soziales Schuljahr. - 1.10.2:
Galeria Kaufhof. - 1.10.3:
Sozialpraktikum. - 1.10.4:
EBIT 2008.
- 1.10.1:
- 1.11:
Schulpartnerschaften. - 1.12:
SMV.
- 1.1:
- 2:
Eltern. - 3:
Personal. - 4:
Informationen. - 5:
Schulentwicklung. - 6:
Kontakt.
Sozialpraktikum
Für Schüler der 9.Klassen
In jedem Jahr geben wir Schülern der 9. Klassen die Möglichkeit, einen Vormittag in einer sozialen Einrichtung zu verbringen. Wir können den Besuch folgender Einrichtungen anbieten:
- Regnitzwerkstätten für Behinderte
- Obdachlosenasyl
- Seniorenheim
Alle Schüler, die an einem solchen Praktikum Interesse haben werden zu einer Information an einem Nachmittag eingeladen.
Die Teilnahme an der Informationsstunde ist Voraussetzung für das Sozialpraktikum.
Lesen Sie zwei aktuelle Erfahrungsberichte unserer Schülerinnen.
Maria-Busch-Seniorenheim
Am Dienstag, den 23. Februar 2010, besuchte ich mit zwei weiteren Mitschülern eine Einrichtung für Senioren. Dabei handelte es sich um das Maria-Busch-Haus der Diakonie in Bruck.
Viele der Betreuten können sich selbst nicht mehr versorgen, deshalb ist diese Einrichtung für sie gut. Manche werden morgens von ihren Angehörigen dorthin gebracht, andere können noch selbst kommen. Es ist auch möglich, sich von einem Fahrdienst gegen Bezahlung bringen zu lassen. Die Einrichtung bietet flexible Betreuungszeiten an. Das bedeutet, dass die Senioren sich die Tage auswählen können, an denen sie die Tagespflege nutzen.
Die Menschen dort haben sich sehr wohl gefühlt, da man sich um sie gekümmert hat. Man bietet ihnen ein abwechslungsreiches Programm. Als wir dort waren, haben sie zum Beispiel gesungen, manchmal tanzen sie auch. Es gibt dort viele Beschäftigungsmöglichkeiten.
Am Morgen, wenn die Senioren in die Einrichtung kommen, frühstücken sie zusammen. Manche brauchen bei alltäglichen Dingen Hilfe, andere nicht. Die Betreuer bereiten ihnen das Frühstück zu und helfen den Senioren beim Essen. Sie gehen mit den alten Leuten auch auf Toilette, oder begleiten sie in ein anderes Zimmer (z. B. zum Singen).
Die Kosten sind unterschiedlich. Es gibt verschiedene Tagessätze, von „Ohne Pflegestufe“ bis hin zu „Pflegestufe III“. Für Unterkunft und Verpflegung fallen extra Kosten an. Bei den Fahrtkosten richtet sich der Preis nach der Entfernung. Teils können die Kosten mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Allerdings müssen die Senioren einen Betrag von 24,07 Euro pro Tag immer selbst zahlen. Dieser beinhaltet Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten.
Mir hat dort besonders gut gefallen, dass die Betreuer auf jeden Besucher eingegangen sind und sich so um jeden gekümmert haben, wie es derjenige benötigt hat.
Das Schnupperpraktikum war gut, da ich sah, wie es ist, mit alten Menschen umzugehen. Ich würde es auch an andere weiterempfehlen, da man an einem Tag sehr viel Erfahrung sammeln kann.
Markus Bergmann, 9 f
Regnitz-Werkstätten
Für einen halben Tag war ich in der Behinderten-Werkstatt. Dort arbeiten Menschen mit einer geistigen Behinderung. Auch Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder zum Beispiel nicht hören können, besuchen diese Einrichtung. In einer Gruppe sind 20 – 30 Personen, für die drei bis vier Betreuer zuständig sind. Insgesamt besuchen diese Einrichtung ca. 240 Behinderte. Ich bin sehr davon überzeugt, dass den Leuten, die dort arbeiten, die Arbeit gefällt und es ihnen Spaß macht, weil sie viel lachen, offen sind und gerne die Arbeit zeigen und erklären. In der Gruppe, die ich besuchte, bauen sie Laufräder für Kinder zusammen oder etikettieren Spitzer. Die Arbeit wechselt jedoch, manchmal bekommen sie alle zwei Monate eine andere Arbeit. Die Betreuer müssen die Laufräder kurz kontrollieren, ob sie auch zusammenhalten. Außerdem beschäftigen sie sich auch mit den Behinderten. Nach jedem Mittagessen wird mit ihnen eine Stunde gesungen und musiziert. Die Behinderten bekommen für ihre Arbeit Mittagessen, die Anfahrtskosten werden gezahlt und sie bekommen ein kleines Gehalt. Das reicht jedoch nicht ganz zum Leben aus, aber der Staat zahlt noch genügend dazu. Besonders positiv in dieser Einrichtung ist mir aufgefallen, dass sich die Betreuer mit viel Lust und Spaß mit den Behinderten beschäftigen und dass man von jedem sehr gut aufgenommen wird. Das Schnupperpraktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil man sich mit den Betreuten und auch den Betreuern gut unterhalten kann und auch einiges von ihnen lernt. Ich würde es jedem Schüler weiterempfehlen, weil man merkt, wie glücklich Behinderte sein können und dass der Umgang mit ihnen gar nicht so schwer ist, wie man denkt, sondern richtig Spaß macht. Ich werde auch noch ein einwöchiges Praktikum dort machen, um mich noch mehr mit ihnen beschäftigen zu können und mehr zu lernen.
Elena Dresel, 9 e
Obdachlosenasyl
Am Freitag, dem 26. Februar 2010 besuchten zwei Mitschülerinnen und ich die Obdachlosenhilfe in Erlangen, Heuwaagstraße 11.
In diese soziale Einrichtung kommen Menschen, die auf der Straße leben, vorübergehend Obdachlose, d.h. Leute, die von Stadt zu Stadt ziehen, und auch Menschen, die in Verfügungswohnungen leben. Solche Verfügungswohnungen oder Notunterkünfte werden von der Stadt Erlangen für Obdachlose bereitgestellt, sind aber einfach ungemütlich. Oft muss man z. B. dort noch mit Kohle heizen. Außerdem wird dort viel randaliert und deshalb suchen sich die Leute tagsüber einen anderen Ort und kommen in das Obdachlosenasyl.
Herr Ostermeier, der Chef dieser Einrichtung, berichtete mir außerdem, dass am Tag ca. 40 Euro zusätzlich für Lebensmittel ausgegeben werden, die NICHT gespendet worden sind. Jedoch kommen zum Glück recht viele Spenden, die dankbar angenommen werden, vor allem Lebensmittel oder Geld, an. Jede Gabe ist wertvoll, da ungefähr 60 Menschen am Tag versorgt werden müssen.
In dieser Einrichtung gibt es drei Bereiche, welche die Arbeit etwas aufteilen, nämlich Küche, Wäschekammer und der Bereich „Außen“, wie ihn die Mitarbeiter nennen. Das ist der Bereich, in dem man mit den Menschen zusammensitzt und redet oder spielt. In der Wäschekammer wird die gespendete Kleidung an Bedürftige ausgegeben, neue Spenden werden empfangen und die schmutzige Wäsche wird dort von den Obdachlosen gewaschen. Pro Waschgang muss 1 Euro und pro Trocknergang 50 Cent bezahlt werden. In der Küche wird das Frühstück und das Mittagessen zubereitet, das Geschirr gewaschen und abgetrocknet.
Da dieses Obdachlosenasyl eine christliche Einrichtung ist, steht das Morgengebet vor dem Frühstück ganz oben auf der Tagesordnung. Ich fand jedoch schade, dass nur die Betreuer gesungen und gebetet haben. Die Betreuten nahmen an der Andacht nicht teil. Aber dennoch glaube ich, dass sich die Menschen dort wohlfühlen und gerne kommen. In dem Asyl haben sie Bezugspersonen, denen sie sich anvertrauen und ihre Probleme und auch Ängste erzählen können. Der Chef hat mir auch gesagt, dass nicht das Essen, wie die meisten glauben, das Wichtigste ist, sondern der Kontakt zu anderen Leuten und der Glaube, dass jemand für einen da ist.
Was ich auch sehr schön fand, war der Gesichtsausdruck bei dem ein oder anderen Obdachlosen, als er gesehen hat, dass heute der Alltag von jungen Schülern etwas aufgemischt wird. Dies waren für uns Praktikanten besondere Momente. Toll war auch die Atmosphäre, die dort geherrscht hat. Ich hatte mir vorgestellt, dass jeder vor seinem Teller sitzt, isst, sich aufwärmt und dann wieder geht. Nein, die Leute waren wie eine große Familie an den Tischen gesessen, haben gespielt, gelacht, geredet oder gelesen.
Für mich war dieser Einblick in die „arme Gegend“ Erlangens sehr informativ und beeindruckend. Ich kann so ein Schnupperpraktikum nur weiterempfehlen, damit man mal sieht, dass es selbst in der reichen Stadt Erlangen Armut, Trostlosigkeit und Obdachlosigkeit gibt. Trotzdem kann den Menschen geholfen werden, indem man einfach nur für sie da ist.
Jennifer Grötsch 9 d

