Venedig? Rom? Franken! Wie oft scrollen wir durch soziale Medien und wünschen uns weit weg, träumen vom Meer oder nächsten City Trip? Dabei gibt es doch vor der eigenen Haustüre so viel zu entdecken. Daher war für uns das Motto „fränkisch derhamm – Stadtgeschichten“. Wir – das ist die 8b der Realschule am Europakanal. Bei den Projekttagen erkundeten wir unsere Heimat näher und erfuhren mehr über Bamberg im Mittelalter und Erlangen zur Zeit des Dritten Reichs.
Den Anfang machte das auch als „fränkisch Rom“ beworbene Bamberg, das sich leider trotz freundlicher Wettervorhersage gänzlich unitalienisch in kühlem Nebel präsentierte. An Originalkulissen stand das Leben im Mittelalter auf dem Programm. Was haben die Menschen im Mittelalter gegessen? Warum lief Kaiserin Kunigunde über heiße Pflugscharen? Und wohin reitet der Bamberger Reiter eigentlich? (Fast) alle diese Fragen wurden durch die kompetente Führung durch den Dom und die Bamberger Altstadt beantwortet.
Bei der zweiten Etappe gab es einen Timewarp – wir sprangen vom Mittelalter ins 20. Jahrhundert. Im Erlanger Stadtmuseum ist die Zeit des Nationalsozialismus konzentriert dokumentiert. Anhand von Dokumenten erforschten die Jugendlichen dort den Alltag von Gleichaltrigen und das Schicksal der Juden in Erlangen während des Dritten Reichs. In einem zweiten Schritt gingen sie auf Spurensuche in der Altstadt und fanden `Stolpersteine´ und Gedenktafeln, die an diese Zeit erinnern:
Zeichen, an denen wir im Alltag wohl oft achtlos vorbeigehen. Es macht betroffen, die Vorkommnisse des Novemberprogroms an Originalschauplätzen wie der heutigen Stadtbibliothek nachzuvollziehen.
Nach diesen Tagen waren wir uns alle einig, wie gewinnbringend es ist, regionale Möglichkeiten zu schätzen und das Naheliegende mit neuen Augen zu sehen - nur gegen ein italienischeres Wetter hätten wir nichts gehabt.
G. Fässler