Vom T-Shirt zum Fidget Toy

Vom T-Shirt zum Fidget Toy

Noch dampft das T-Shirt ein wenig, als es aus der Presse kommt. Wenige Sekunden zuvor wurde ein Motiv auf den Stoff übertragen. Im MakerSpace der Realschule am Europakanal entstehen inzwischen nicht mehr nur kleine 3D-Modelle oder Gravuren – die Möglichkeiten werden immer vielfältiger.
Seit der Eröffnung zu Beginn des Schuljahres hat sich der Kreativraum stetig weiterentwickelt. Die Geräte sind inzwischen eingespielt, Abläufe optimiert und auch die Schülerinnen und Schüler wissen genau, wie sie die verschiedenen Maschinen nutzen können. Vieles davon wurde in den Pausen erprobt, wenn interessierte Jugendliche im MakerSpace tüftelten.
Aufgrund einer Anschlussfinanzierung durch die Initiative „Zukunft mitgemacht“, einer Gemeinschaftsaktion des Deutschen Kinderhilfswerkes, Rossmann und Procter & Gamble, ist unter anderem ein Sublimationsdrucker hinzugekommen. Damit werden Motive zunächst spiegelverkehrt auf spezielles Transferpapier gedruckt und anschließend mit einer neuen T-Shirt-Presse dauerhaft auf Polyesterstoffe übertragen. So können neben T-Shirts auch Turnbeutel individuell gestaltet werden. Die Jugendlichen behandeln die Produkte abschließend mit dem Steamer und machen sie dadurch fertig für den Verkauf am Schulfest. Hinzu kam auch eine Presse für Caps.  Darüber hinaus lassen sich inzwischen Tassen bedrucken: Bei rund 210 Grad wird die Farbe innerhalb weniger Minuten dauerhaft auf die Oberfläche übertragen.
 „Wir mussten am Anfang natürlich vieles ausprobieren“, sagt ein Schüler. Mittlerweile sei aber klar, welche Verbrauchsmaterialien in welcher Menge benötigt werden und wie die Geräte am besten eingesetzt werden können.
Der MakerSpace zieht indes auch außerhalb der Schule Aufmerksamkeit auf sich. Erste Anfragen für 3D-Drucke liegen bereits vor. Deshalb wird überlegt, eine Schülerfirma zu gründen. Schülerinnen und Schüler könnten dort nicht nur technische Erfahrungen sammeln, sondern auch lernen, wie Planung, Kalkulation und die Umsetzung von Aufträgen funktionieren.
Auch im pädagogischen Bereich gibt es neue Ideen: Einer der 3D-Drucker soll künftig im Studienseminar der Realschule am Europakanal eingesetzt werden. Damit könnten unter anderem Fidget Toys hergestellt werden – kleine Hilfsmittel, die beispielsweise Kinder mit ADHS im Schulalltag unterstützen können.
Für das kommende Schuljahr ist außerdem ein festes Wahlfach „MakerSpace“ unter der Leitung von Stefanie Heß und Frank Lohrke geplant. Damit bekommt der Raum noch mehr Bedeutung im Schulalltag. Der Raum ist bereits jetzt ein lebendiger Ort des Schullebens, an dem Schülerinnen und Schüler eigene Ideen verwirklichen können.
Jonas Baier